Jerusalem/Kopenhagen - Nach der Wiederaufnahme von Gesprächen haben Israel und Palästinenser die Fortsetzung des Dialogs auf hoher politischer Ebene angekündigt. Der israelische Außenminister Shimon Peres traf am Dienstag in Jerusalem zum zweiten Mal binnen 24 Stunden einen Minister der palästinensischen Autonomiebehörde. Nach dem Gespräch mit Innenminister Abdelrasek el Jahia in Jerusalem habe sich Peres zufrieden geäußert und weitere Treffen angekündigt, teilten beide Seiten übereinstimmend mit. Wenige Stunden zuvor hatte die israelische Polizei die Büros des palästinensischen Jerusalem-Beauftragten Sari Nusseibeh im arabischen Ostteil der Stadt geschlossen. Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat betonte nach dem Treffen den Willen der Palästinenser, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Er kündigte "für die kommenden Tage" ein großes Treffen an, an dem israelische und palästinensische Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie Sicherheitsexperten teilnehmen würden. Bei dem Gespräch zwischen Peres und dem palästinensischen Innenminister seien alle Aspekte des Konflikts zur Sprache gekommen. Israel sei erneut aufgefordert worden, sich aus den besetzten Gebieten zurückzuziehen und den Bau von Siedlungen zu stoppen. Peres habe im Gegenzug Sicherheitsfragen angesprochen. Bereits am Vortag war Peres nach zweimonatiger Gesprächspause zwischen den Konfliktparteien mit dem palästinensischen Finanzminister Salam Fajad zusammengetroffen und hatte nach Angaben seiner Mitarbeiter die Einrichtung eines Fonds zur Unterstützung der palästinensischen Zivilbevölkerung erörtert. Fajad hatte dabei auch die Übergabe der Steuergelder gefordert, die Israel im Rahmen der Oslo-Verträge im Namen der Autonomiebehörde kassiert hat. Nach monatelangem Widerstand scheint Israel nun prinzipiell bereit, den Palästinensern die Steuergelder in Milliardenhöhe zu überweisen, die es wegen der Intifada bisher zurückgehalten hat. Nach Informationen der israelischen Tageszeitung "Haaretz" beschlossen Ministerpräsident Sharon, Peres und Finanzexperten der Regierung, die Zahlung eines Teils der insgesamt rund zwei Milliarden Schekel (420 Millionen Euro) davon abhängig zu machen, dass die Verwendung der Mittel innerhalb der Autonomiebehörde durch internationale Experten überwacht wird. (APA/dpa)