Bild nicht mehr verfügbar.

UCK-Fahnen in Pristina

Foto: APA/epa/Valdrin Xhemaj
Pristina - Mehrere Tausend Kosovo-Albaner haben am Dienstag in Pristina gegen eine Serie von Festnahmen früherer Rebellenkämpfer protestiert. Auf Spruchbändern verlangten die Demonstranten die Freilassung der Gefangenen, die von der UN-Justiz schwerster Verbrechen beschuldigt werden. Der Protest verlief anders als bei einer früheren Demonstration friedlich, berichteten Augenzeugen. Die UN-Polizei in der Provinz hatte in den vergangenen Wochen mehrere frühere Kämpfer und Anführer der kosovo-albanischen UCK-Miliz festgenommen. Darunter sind auch Mitglieder des Kosovo-Schutzkorps (TMK), der mit Hilfe der NATO aufgebauten Nachfolgeorganisation der UCK-Miliz. Den Festgenommenen werden Morde, das Verschwindenlassen gegnerischer Albaner und Entführungen zur Last gelegt. "Niemand soll über das Blut der Märtyrer hinweg gehen", hieß es auf Spruchbändern, die auf einen besonderen Status für die Rebellenkämpfer abzielen. Die Demonstranten trugen Fahnen mit Abzeichen der kosovo-albanischen UCK-Miliz und der NATO. Sondereinheiten der UN-Polizei sicherten das Zentrum von Pristina ab. Unterdessen sollen serbische Richter in das Kosovo zurückkehren. Das haben das serbische Justizministerium und die Justizbehörde der UN-Mission im Kosovo (UNMIK) am Dienstag in Belgrad vereinbart. Wie die Nachrichtenagentur Beta meldete, hat sich die UN-Mission verpflichtet, für Unterkunft und Sicherheit der serbischen Richter zu sorgen. Für ihre Arbeit in der von den Vereinten Nationen verwalteten südserbischen Provinz sollen die Juristen monatlich rund 500 Euro bekommen. Nebojsa Covic, Chef der jugoslawischen und serbischen Koordination für das Kosovo, bezeichnete das Abkommen als einen großen Schritt zu einer multiethnischen Justiz und rechtlichen Sicherheit in der Provinz. (APA/dpa)