Frankfurt/Main - Die in Frankfurt am Main vor Gericht stehende Islamistengruppe hat ihre Anschläge offenbar nicht so unabhängig geplant wie von der Anklage angenommen. Der Plan eines Anschlags auf die Synagoge in Straßburg habe ihn überrascht, sagte der Angeklagte Auerobi Beandali am Dienstag vor dem Frankfurter Oberlandesgericht. Der Befehl dazu sei von seinem Mitangeklagten Salim Boukhari überbracht worden, ohne dass die Quelle klar gewesen sei. Eigentlich habe die Gruppe Sprengstoffanschläge in Algerien zum Ziel gehabt, sagte Beandali, der weitere Aussagen nach der Sommerpause ankündigte. Auch für diese Terrorakte in Algerien nannte er keinen Auftraggeber. Beandali hatte seine Aussagewilligkeit vor allem mit der Furcht vor einer Abschiebung nach Algerien begründet, wo ihm der Tod drohe. Die Bundesanwaltschaft rechnet in ihrer Anklage die zu Weihnachten 2000 in Frankfurt festgenommene Gruppe den unabhängigen Mudschaheddin zu, während in den Medien über ihre Zugehörigkeit zum weltweiten Terrornetzwerk El Kaida spekuliert worden war. In dem Prozess haben Zeugen aus Karlsruhe und Baden-Baden den 27- jährigen Angeklagten Fouhad Sabour sowie den 30-jährigen Boukhari belastet, an Vorbereitungen für den Straßburger Anschlag teilgenommen zu haben. In dem Prozess sind fünf Algerier wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung angeklagt. Vier von ihnen sollen zudem den in letzter Minute verhinderten Anschlag in Straßburg vorbereitet haben. Der Prozess wird am Donnerstag mit der letzten Sitzung vor der 30-tägigen Sommerpause fortgesetzt.(APA/dpa)