Wien - Die Immobilie Weihburggasse 30, 1010 Wien, wird nicht naturalrestituiert, also den Nachfahren der ursprünglichen Besitzer Heinrich und Flora Schnabel zurückgegeben. Heute ist das Objekt im Eigentum des Arbeitsmarktservice. Die Erben hatten unter Berufung auf das Entschädigungsfondsgesetz, das Restitution in jenen Fällen vorsieht, wo es entweder noch keine Gerichts- oder sonstige behördliche Entscheidung gibt, noch keine Entschädigung geleistet wurde oder aber die Entschädigung "extrem ungerecht" war, einen Antrag auf Naturalrestitution gestellt. Genau auf diesen Punkt der extremen Ungerechtigkeit verwiesen die Antragsteller in dem Verfahren um das Haus Weihburggasse 30, hieß es auf Anfrage im Finanzstaatssekretariat. Heinrich Schnabel, der am 28. Juli 1936 verstarb, hinterließ die Immobilie. Von seinen Erben musste das Haus 1938 um 250.000 Reichsmark an die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung veräußert werden. 1957 kam es dann zu einem Rückstellungsvergleich - die Erben erhielten für das Objekt damals 618.000 S. Die für solche Fälle eingerichtete Schiedstelle sah keine "extreme Ungerechtigkeit", wobei seitens des Finanzstaatssekretariats darauf hingewiesen wurde, dass nachträgliche Wertsteigerungen von Immobilien in solchen Verfahren nicht berücksichtigt werden könnten. Die Regierung schloss sich nun mit dem heutigen Ministerratsbeschluss der Meinung der Schiedsstelle an. (APA)