Washington - Zwei Tage nach seinem Aufruf zu einer neuen Unternehmensethik inmitten der jüngsten Serie von Finanzskandalen ist US-Präsident George W. Bush selbst ins Schlaglicht der Medien geraten. Bush erhielt nach amerikanischen Zeitungsberichten vom Donnerstag in seiner Zeit als Aufsichtsrat der texanischen Ölfirma Harken Energy zwei Unternehmenskredite zu günstigen Bedingungen - eine Praxis, deren Ende er in seiner Rede am Dienstag gefordert hatte. Die beiden Kredite über insgesamt rund 180.000 Dollar (gut 180.000 Euro) habe Bush 1986 und 1988 in Anspruch genommen und damit Harken-Aktien gekauft, berichtete die "Washington Post". Die Zeitung berief sich auf Dokumente der Börsenaufsicht und auf Angaben aus dem Weißen Haus. Bartlett: Legales Verfahren Der Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, Dan Bartlett, bezifferte den ersten Kredit dem Bericht zufolge auf 96.000 Dollar, den zweiten auf 84.375 Dollar. Damit habe Bush 105.000 Aktien erworben. Die "New York Times" berichtete, dass Harken acht Jahre lang keine Rückzahlung des Kapitals gefordert habe. Der Jahreszins habe fünf Prozent betragen. Bartlett beschrieb das Vorgehen als legal. Dies sei eine gängige Praxis gewesen, um Investitionen zu fördern, sagte er. Allerdings sei sie in jüngster Zeit missbraucht worden. (APA/AP)