Klagenfurt - Da hat man sich in Kärnten doch glatt um zwölf Millionen Euro verschätzt. Bereits zur Halbzeit droht das für 2002 mit 23,3 Millionen Euro budgetierte Kindergeld auszugehen. Denn Landeshauptmann Jörg Haider hat sich in seinem Bundesland doch um einiges großzügiger gezeigt als der Bund, der seit Jänner 2002 das Kindergeld auszahlt. So zahlt Kärnten etwa auch für Mehrlingsgeburten diese Familienleistung in voller Höhe.Warum man sich um mehr als die Hälfte der Kosten verrechnet hat, wollte am Dienstag niemand so recht kommentieren. Landeshauptmann Jörg Haider verwies auf die unerwartete Flut der Anträge. FP-Familienlandesrat Gerhard Dörfler spekulierte mit einer rückwirkenden Auszahlung durch den Bund, und der freiheitliche Finanzreferent Karl Pfeifenberger hat wegen arger budgetärer Turbulenzen eine Kreditsperre von 15 Prozent für alle Ressorts einziehen müssen. Gleichwie: Für Nachschub ist gesorgt. Jetzt wird das Kindergeld eben aus der Wohnbauförderung abgezweigt. Die ÖVP stimmte dem FPÖ-Begehren zu, die SPÖ verließ die Regierungssitzung. (stein/DER STANDARD, Printausgabe 10.07.2002)