Wien/Frankfurt - Planschbecken sind ein Paradies für Kinder - und veritable Bakterienhorte. Zu den unvermeidbaren Keimen treten laut Verbraucherschützern aber auch noch gefährliche Chemikalien hinzu, die sich aus dem Material der Becken lösen. Die Zeitschrift "Öko-Test" berichtet in ihrer Juli-Ausgabe von stark belasteten Kinderpools: Die Kleinen könnten mit dem Badewasser einen "Giftcocktail" schlucken. Alle 15 im Labor untersuchten Becken enthielten laut "Öko-Test" Weichmacher (Phthalate). Diese werden eingesetzt, um das PVC, aus dem alle Pools bestehen, geschmeidig zu machen, stehen aber im Verdacht, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen. Bei der Herstellung von Spielzeug für Kleinkinder sind Weichmacher mittlerweile verboten. Dibutylzinn In zwölf Produkten sei zudem Dibutylzinn (DBT) festgestellt worden, in sechs Becken fand sich Tributylzinn (TBT). Beide Stoffe gelten als sehr giftig. Solche zinnorganischen Verbindungen können möglicherweise das Immun-und Hormonsystem beeinträchtigen. In vier Pools wurde das Nervengift Blei gefunden. Billigprodukte waren am stärksten belastet. "Wenn sich das Wasser durch die Sonne erwärmt, lösen sich besonders viele Schadstoffe", warnte die Chemikerin Beate Bruns. Kein einziges Becken erhielt von den Verbraucherschützern eine bessere Note als "ausreichend", zehnmal wurde ein "Nicht genügend" vergeben. Der Rat der Tester lautet: Beim Wasserwechsel sollte man das Becken auswischen und dann trocknen lassen. Frisches Wasser sollte erst kurze Zeit vor dem nächsten Badevergnügen eingefüllt werden. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 10.7.2002)