Wien - "In Anbetracht der befürchteten und bereits eingetretenen Schädigung der Institution der Volksanwaltschaft, sehen wir uns veranlasst, unser beider Auffassung von der Art und Weise der Ausübung unseres Amtes als Volksanwälte klarzustellen: Weil wir uns zur Verfassung, auf die wir angelobt wurden, und selbstverständlich auch zur Proklamation über die Selbstständigkeit Österreichs (StGBl 1/1945) bekennen, lehnen wir die geschichtliche Interpretation von Mag. Ewald Stadler ab. 1945 wurden Demokratie und Rechtsstaat in Österreich wiedererrichtet. Die in der Verfassung einzigartige Unabhängigkeit eines Volksanwaltes verpflichtet uns überdies zur Zurückhaltung öffentlich zu partei- und gesellschaftspolitischen Themen Stellung zu nehmen, die in keinerlei Zusammenhang mit unserer Aufgabe und dem verfassungsgesetzlichen Auftrag stehen. Die bei uns hilfe- und ratsuchende Bevölkerung, ebenso wie die von uns kontrollierte Verwaltung auf Bundes-, Landes-, und Gemeindeebene haben ein Recht darauf, dass wir auch nur den Anschein einer Befangenheit zu vermeiden versuchen. Aus diesem Grund haben wir auch sämtliche Parteifunktionen zurückgelegt. Dessen ungeachtet steht es jedermann frei, sich an jeden der drei Volksanwälte mit seinen Problemen zu wenden. Wir haben unsere politische Gesinnung keinesfalls abgelegt. Wir erachten es aber dem Amt abträglich, damit in einen parteipolitischen Wettstreit bei gleichzeitiger Ausübung unseres Amtes zu treten. Die Volksanwaltschaft bemüht sich seit Jahren um einen Ausbau bzw. Erhalt ihrer Kontrollrechte. Wir glauben dies aber nur dann erreichen zu können, wenn die Objektivität und Unabhängigkeit unserer Amtsführung außer Zweifel steht. Wir haben Volksanwalt Mag. Stadler über unsere Auffassung in der kollegialen Sitzung am 9.7.2002 in Kenntnis gesetzt."(APA)