Bonn/Düsseldorf - Aktionärsvertreter halten den umstrittenen Telekom-Chef Ron Sommer an der Spitze von Europas größtem Telekommunikationskonzern für verbraucht. "Sommer tut dem Unternehmen nicht mehr gut. Er hat einige unglückliche strategische Weichenstellungen getroffen. Wir brauchen einen neuen Kopf, der mit einer klaren Strategie die Finanzprobleme in den Griff kriegt", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jörg Pluta, am Mittwoch in einem dpa-Gespräch in Düsseldorf. Ein geeigneter Nachfolger könne der frühere Mannesmann-Chef Klaus Esser sein. Pluta äußerte Verständnis für die Kritik der Telekom- Aufsichtsratsspitze über die massive politische Einflussnahme der vergangenen Tage. "Opposition wie auch die Regierungsmannschaft haben erkannt, dass der Telekom-Kleinaktionär Stimmvieh ist. Damit jetzt Stimmung zu machen, ist völlig unzuträglich", sagte Pluta. Für die Deutsche Telekom AG sollten die Spielregeln der Börse gelten. "Auch wenn der Bund rund 43 Prozent der Anteile hält und als Großaktionär unzufrieden ist, darf eine Einflussnahme nur über die aktienrechtlich vorgesehenen Gremien Hauptversammlung und Aufsichtsrat erfolgen."(APA/dpa)