London/Wien - "In der europäischen Union gibt es derzeit de facto keine Städtepolitik", kritisierte Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SP) am Dienstag bei der Konferenz "Cities for Cohesion" in London, wo die bisherigen Ergebnisse der Urban-Initiative der EU beraten wurden. Die Urban-Programme seien bisher die einzige Ausnahme von dieser Stadt-fernen Politik gewesen - und an denen hatte sich auch Wien mit dem Gürtelprojekt beteiligt.Die Ziel-2-Förderung für Teile des 2. und 20. Bezirks erfülle denselben Zweck: "Auch in der fünftreichsten Region Europas - also Wien - wird dabei sichtbar gemacht, was dieses Europa bedeutet." Nämlich eine Solidargemeinschaft, "wo von reichen zu ärmeren Nationen, von reichen zu ärmeren Regionen umverteilt werden soll". Auch der für die Städte zu-ständige EU-Regionalkommissar Michel Barnier pflichtete Häupl bei: "Rund 50 Prozent der EU-Bürger leben in größeren Städten. Dort, in den Ballungszentren, gibt es Probleme, die nicht ignoriert wer-den dürfen." Die rund 400 Kommunalvertreter und Bürgermeister verabschiedeten dann in London eine Deklaration. In der wird wieder einmal gewarnt, dass die Regionalpolitik in der EU nicht vernachlässigt werden dürfe. (APA, frei/DER STANDARD, Printausgabe, 10.7.2002)