Wien - Die Vorgänge rund um die "panikartige Schaffung" eines Ersatzes für den verfassungswidrigen Par. 209 StGB soll nun Vizekanzlerin FPÖ-Parteichefin Susanne Riess-Passer (F) die Mitgliedschaft im Kuratorium des Rechtskomitees LAMBDA (RKL) kosten. Das geht aus einer Aussendung am Mittwoch hervor. Es sei inakzeptabel, der "Verfolgung, Willkür, Diskriminierung und Erpressung weiterhin Tür und Tor offen zu halten. Eine Ersatzregelung für Unrecht ist ebenfalls Unrecht und verletzt daher die fundamentalen Ziele und Grundsätze der 1991 gegründeten Vereinigung. Ohne Zustimmung der Obfrau ist die diesbezügliche Initiative der FPÖ nicht denkbar", so die Organisation. Darüber hinaus sei die vereinbarte Anhörung des RKL vor einer Beschlussfassung nicht erfolgt. Der Vizekanzlerin wurde die Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt. Der Vorstand des RKL wird am 29. August über den Abberufungsantrag beraten und entscheiden. Das 1991 gegründete Rechtskomitee LAMBDA (RKL) arbeitet - nach eigenen Angaben - überparteilich und überkonfessionell für die "umfassende Verwirklichung der Menschen- und Bürgerrechte gleichgeschlechtlich l(i)ebender Frauen und Männer." Im Kuratorium finden sich - neben Riess-Passer - prominente Namen wie u.a. SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer, die Grüne Abgeordnete Terezija Stoisits, der Generalsekretär von Amnesty International Österreich, Heinz Patzelt und Günter Tolar. (APA)