Barcelona - Laut den neuesten UNAIDS-Ergebnissen werden weniger als vier Prozent der HIV-Infizierten aus den Entwicklungsländern mit den so genannten antiretroviralen Arzneimitteln behandelt. D.h. von diesen sechs Millionen Menschen bekommen nur 230.000 diese Medikamente. Anders sieht es in den Industrieländern aus. Wegen dieser Ungleichheit machen auf der 14. Welt-Aids-Konferenz, die gerade in Barcelona stattfindet, auf diese Umstände aufmerksam Erst am Montag besetzten Mitglieder der Gruppe "Act Up" einen Stand des Pharmaunternehmens Roche. Sie kritisierten die Geschäftspolitik des Schweizer Pharmaherstellers. "Wo sind die zehn Milliarden Dollar?" Nur einen Tag später verwüsteten andere Aktivisten den Stand des kalifornischen Unternehmens Gilead Sciences. Sie rissen Kabel aus den Wänden, und warfen die Ständer mit den Informationsbroschüren um. Mit zahlreichen gelbgrellen Stickers mit der Aufschrift "Wo sind die zehn Milliarden Dollar?" wurde der gesamte Stand zugeklebt. Damit wollten die Aktivisten auf die erst vor kurzem errechnete Summe, die jährlich für den Kampf gegen die Immunschwäche aufwendet werden sollte, aufmerksam machen. Damit wären laut den Experten der UNAIDS die Aufklärung, die Vorsorge, die medizinische Versorgung sowie die Pflege der Aidswaisen abgedeckt. Aufgebracht werden von der internationalen Gemeinschaft jedoch nur ein wenig mehr als 3 Millionen Euro. (APA)