Rom - Das islamistische Terrornetzwerk El Kaida von Osama Bin Laden soll im vergangenen Jahr Pläne für Attentate im Vatikan, gegen die US-Botschaft in Rom und Ziele in Venedig geschmiedet haben. Nach Angaben der italienischen Geheimdienste hatten in Italien lebende Anhänger der Terrorgruppe bereits mehrere Reisen nach Rom und in die Lagunenstadt unternommen, um die Anschlag bis ins Detail zu planen, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" in ihrer Mittwochausgabe. Zwei Monate vor den Anschlägen am 11. September in den USA habe jedoch die El Kaida-Spitze in London die Attentatspläne in Italien "eingefroren". Aus dem Dossier der italienischen Geheimdienste geht hervor, dass einer der Hauptverdächtigen, der libysche Staatsbürger Khalifa Mohamed Moussa Ahmed, beauftragt worden war, einen spektakulären Anschlag mit zahlreichen Opfern in Italien zu planen. Ahmed war auch nach Venedig gereist und hatte in einer von US-Bürgern stark besuchten Kirche mehrere Fotos geschossen. Die Behörden vermuten, dass die Attentatspläne in Italien eingefroren worden waren, weil El Kaida ihre Energien auf die Vorbereitung der Attentate am 11. September konzentriert hatte. Die italienischen Ermittler befürchten, dass diese Pläne nun bei einer neuen Offensive des Terrornetzwerks durchgeführt werden könnten. In den vergangenen Monaten waren in Norditalien 20 Personen wegen Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida verhaftet worden. Den Ermittlern zufolge nutzten El Kaida und ähnliche unter Terror-Verdacht stehende Gruppen Italien bereits lange vor den Anschlägen vom 11. September als logistischen Stützpunkt. Das italienische Innenministerium erklärte, dass die Sicherheitskräfte vollen Einsatz leisten würden, um Italienern und Ausländern ruhige Sommerferien zu garantieren. Vor allem vor dem Vatikan und den US-Einrichtungen in Rom seien die Sicherheitsmaßnahmen verschärft worden. (APA)