Wien - Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Hans Sallmutter sieht keine Notwendigkeit mehr für eine Lohnnebenkostensenkung. Die von Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl geforderte Einhaltung der Zusage, sei "mit der Neugestaltung der Abfertigung in Wirklichkeit bereits längst umgesetzt", betonte Sallmutter am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Mit 1,53 Prozent der Bruttoentgeltsumme liege der Beitragssatz zur "Abfertigung neu" deutlich unter den Aufwendungen zur alten Abfertigung von durchschnittlich 2,4 Prozent. Auch wenn einzuräumen sei, dass die Differenz zwischen alten und neuen Beiträgen nicht in vollem Ausmaß auf die entstehende Einsparung schließen lasse, führe dies zu einer beträchtlichen Kostenersparnis für Unternehmer. Eine weitere Senkung der Lohnnebenkosten, würde laut dem GPA-Chef eindeutig auf Kosten der Arbeitnehmer gehen und darüber hinaus weitere Einsparungen und Leistungseinschränkungen in der Unfallversicherung sowie in der Arbeitslosenversicherung absehbar machen. "Steuerzuckerl" Die steuerliche Regelung zur "Abfertigung neu" enthalte zudem ein durchaus großzügiges "Steuerzuckerl" für die Arbeitgeber: Die Abfertigungsrückstellungen können im nächsten Jahr steuerfrei auf das Kapitalkonto bzw. auf eine als versteuert geltende Rücklage übertragen werden. Eine bezahlte Abfertigung bzw. die Übertragung von Altabfertigungsanwartschaften in eine Mitarbeiterversorgungskasse könne dann ab 2004 wieder voll als Betriebsausgabe geltend gemacht werden, was wiederum gewinn- und steuermindernd wirkt. Für ein körperschaftspflichtiges Unternehmen, das Gewinne abwirft, bedeute das eine Prämie von bis zu 34 Prozent, so Sallmutter. Bei der Körperschaftssteuer würde dies einen Ausfall von etwa 1,1 Mrd. Euro ergeben, was eins zu eins der Ersparnis auf Unternehmerseite entsprechen würde. Diese großzügige Regelung für die Arbeitgeber sei insbesondere deswegen höchst bedenklich, als auf Arbeitnehmerseite künftig alle in die Mitarbeitervorsorgekassen einbezahlten Abfertigungsbeiträge, die über den gesetzlichen Beitragssatz von 1,53 Prozent hinausgehen, voll besteuert werden. (APA)