Rom - Im Kampf gegen das hohe Defizit, der die Stabilitätspaktziele gefährdet, beschleunigt Italien den Privatisierungsprozess. Wie aus dem Dokument mit den wirtschaftlichen Richtlinien für die nächsten drei Jahren hervorgeht, das am Mittwoch im römischen Parlament vorgestellt wurde, will das Schatzministerium so rasch wie möglich die letzten Beteiligungen veräußern, die der italienische Staat noch an der Telecom Italia und an der Telefonbuchgesellschaft Seat hält. Der Staat hält noch eine dreiprozentige Beteiligung an der 1997 privatisierten Telecom Italia. Demnächst will Italien auch die Schiffahrtsgesellschaft Fincantieri veräußern. Weitere Gesellschaften auf der Privatisierungsliste der Regierung bis Ende 2003 sind die Monopoltabakgesellschaft Eti, eine Beteiligung an der Bank Mediocredito Friuli Venezia Giulia und die Schifffahrtsgesellschaft Tirrenia. Enel wird auch provatisiert Die neue italienische Regierung wird sich auch mit der Privatisierung der zweiten Tranche des Stromkolosses Enel beschäftigen müssen. Der erste Teil war im November 1999 mit großem Erfolg an die Mailänder Börse gebracht worden. Die italienische Regierung will eine weitere 37,58-prozentige Beteiligung an die Börse bringen. Vieles hänge jedoch von der Marktentwicklung ab, betonte der Unterstaatssekretär des Wirtschaftsministeriums, Mario Baldassarri. Dank des Verkaufs nicht strategischer Beteiligung rechnet die Regierung in den nächsten 18 Monaten 20 Mrd. Euro zu kassieren, liest man im Dpef. Seit 1996 haben Italiens Staatskassen gewaltig vom Privatisierungsprozess profitiert. In fünf Jahren kassierte der italienische Staat über 100 Mrd. Euro von der Veräußerung staatlicher Gesellschaften.(APA)