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Foto: EPA/Leonhardt
Wien - Die Evaluierung des Saisonverlängerungsmodells für die Tourismuswirtschaft ist abgeschlossen: Die im Oktober von den Kollektivvertragspartner ausgehandelte Vereinbarung, mit der Winter- und Sommersaison um je zwei Wochen verlängert und damit die Arbeitslosenversicherung entlastet werden sollten, hat nach zwei Saisonen Einsparungen von rund 16 Mill. Euro gebracht, sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein am Dienstagabend vor Journalisten. Dies sei etwa ein Drittel der Summe von rund 43 Mill. Euro, die ursprünglich prognostiziert worden war. Daher soll es mit den Sozialpartnern noch im Sommer Gespräche geben. Der Vorsitzende der Tourismusgewerkschaft HGPD, Rudolf Kaske, bezeichnete das Ergebnis als "sensationell nach 2 Saisonen". "Ich habe immer gesagt, dass das ein Langfristprojekt ist", so Kaske auf Anfrage der APA. Auch WKÖ-Tourismus-Geschäftsführer Michael Raffling weist darauf hin, dass ein neues Modell nicht über Nacht zu installieren sei. Zudem habe sich das Umfeld wie etwa die Situation am Arbeitsmarkt seither verändert. Wenig Anreiz umzusetzen Laut Bartenstein gibt es nur wenig Anreize, dieses Modell in den Arbeitsverträgen umzusetzen. Nach wie vor ziehen es Tourismus- und Gastronomiemitarbeiter vor, sich ihren Urlaub ausbezahlen zu lassen, anstatt ihn zu Saisonende ihn zu Saisonende abzubauen. Als Rute im Fenster gibt es eine Verordnungsermächtigung für den Wirtschaftminister. "Wir müssen auf beiden Seiten, also sowohl bei den Arbeitgebern als auch bei den Arbeitnehmern Überzeugungsarbeit leisten", so Kaske. Vor allem den im Schnitt jungen Mitarbeiter sei der Vorteil von mehr Beitragsmonaten für die Pensionsversicherung schwer zu vermitteln. Zusätzliche Anreize erwünscht Für die Unternehmen im Tourismus wünschen sich sowohl Kaske als auch Raffling zusätzliche Anreize durch Schulungsmaßnahmen des AMS. Wenn es eine Woche Weiterbildung vom AMS gib, "hätten alle etwas davon", so Kaske. Das Versprechen von Seiten des AMS stehe, nun warte man auf Vorschläge, so Raffling zur APA. Gute Schulungen würden allen dienen. Wichtig sei auch eine Verstärkung der Information. Das Saisonverlängerungs-Modell sieht vor, dass der halbe Urlaubsanspruch pro Saison - aber maximal 5 Tage - als Arbeitszeit verpflichtend eingebracht wird, weiters, dass das AMS Qualifizierungsmaßnahmen setze, über die jeder Saisonarbeiter eine Woche pro Jahr seine berufliche Qualifikation fördern könne, sowie dass auf freiwilliger Basis maximal ein Drittel der Gesamt-Überstunden in das Saisonverlängerungsmodell eingebracht werden.(APA)