Ramallah/Nablus - Israelische Soldaten haben am Mittwoch in Nablus im nördlichen Westjordanland einen 19-jährigen Palästinenser erschossen. Nach palästinensischen Angaben verließ der Mann sein Haus im Askar-Flüchtlingslager während der Ausgangssperre. Soldaten hätten daraufhin aus einem vorbeifahrenden Panzer das Feuer auf ihn eröffnet und ihn getötet. Eine israelische Armeesprecherin sagte, man prüfe den Bericht. In den palästinensischen Städten Ramallah, Tulkarem und Jenin wurde unterdessen die Ausgangssperre für mehrere Stunden aufgehoben. Israels Armee hatte alle palästinensischen Städte außer Jericho vor knapp drei Wochen nach einer Welle blutiger Selbstmordanschläge wieder besetzt und hält die Bevölkerung seitdem fast ununterbrochen unter Ausgangssperren. In Israel herrschte am Mittwoch erneut höchster Terror-Alarm. Nach Geheimdienstinformationen plante eine Gruppe palästinensischer Extremisten einen Anschlag im Gebiet nördlich von Tel Aviv. An den Einfahrtsstraßen zu mehreren großen Städten wurden Kontrollpunkte errichtet. Der Grenzbereich zum Westjordanland wurde verstärkt von Soldaten bewacht, um Attentäter am Eindringen nach Israel zu hindern. Bei einem palästinensischen Überfall auf eine israelische Armeepatrouille ist am Mittwoch ein Soldat verletzt worden. Das berichtete der israelische Rundfunk. Ein Militärsprecher bestätigte den Vorfall, nannte jedoch keine näheren Einzelheiten. Dem Radiobericht zufolge waren die Soldaten am frühen Morgen auf einer Routinepatrouille auf einer Straße zwischen dem Gaza-Streifen und der ägyptischen Grenze unterwegs, als Palästinenser das Feuer auf sie eröffneten. Die Verletzungen des Soldaten wurden als mittelschwer bis schwer beschrieben. (APA/dpa)