Wien - Der chinesische Außenminister Tang Jiaxuan hofft, dass "wie bei allen Konflikten in der Welt sich auch das Fieber im Kaschmir-Konflikt senkt". Sollten sich die Spannungen zwischen Indien und Pakistan weiter erhöhen, könnte dies die Sicherheitssituation in Südasien verschlechtern und auch Folgen für die ganze Welt haben, erklärte Tang am Mittwoch nach einem Treffen mit Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) in Wien. Im Mittelpunkt der Gespräche Tangs mit seiner österreichischen Amtskollegin standen bilaterale Fragen, darunter der Ausbau der Handelsbeziehungen, der Kulturaustausch und ein Rückübernahmeabkommen für illegale Immigranten. Weiters wurden internationale Fragen erörtert, wie etwa der Menschenrechtsdialog zwischen der EU und China, der laut Ferrero-Waldner in großer Offenheit und auf einem "hohen Niveau" geführt werde. Die Außenministerin betonte auch, dass man die Rolle Chinas bei der Vermittlung im Kaschmir-Konflikt und beim Abbau der Spannungen zwischen Nord- und Südkorea schätze. Tang sagte, die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und der Volksrepublik China hätten sich gut entwickelt und seien auf einem sehr hohen Niveau. Österreich als Land im Herzen Europas spiele eine wichtige Rolle für die Kontakte Chinas mit der EU insgesamt. Bezüglich des Handelsbeziehungen sprachen sich beide Minister für einen weiteren Ausbau aus. Ferrero-Waldner erinnerte daran, dass Österreich gegenüber China ein Handelsbilanzdefizit aufweise, daher gebe es noch sehr viel zu tun. Da China nach dem WTO-Beitritt dabei sei, seinen Handel zu liberalisieren, gebe es "in jeder Beziehung Chancen für österreichische Unternehmen". Der chinesische Außenminister wollte anschließend mit Bundespräsident Thomas Klestil und Nationalratspräsident Heinz Fischer (S) zusammentreffen. Tang hatte sich zuvor in Frankreich und Rumänien aufgehalten. (APA)