Wien - Für alle lohnabhängigen Steuern- und Abgaben gibt es künftig eine einheitliche Prüfung. Im Rahmen des Abgabenänderungsgesetzes 2002 wird dazu am Mittwoch im Parlament eine entsprechende Novelle beschlossen. "Dem 'Prüfungs-Overkill' - derzeit prüfen bis zu vier verschiedene Prüfer ein und dieselbe Lohnverrechnung - wird damit endlich der Garaus gemacht", heißt es in einer Aussendung des freiheitlichen Finanz- und Budgetsprechers Hermann Böhacker. Die neue einheitliche Prüfung bedeute für die Wirtschaft - vor allem aber für die Klein- und Mittelständler - eine Zeit- und Kostenersparnis. "Die Betriebsprüfungen finden in Zukunft in geballter Form statt, Österreichs Betriebe werden es künftig nicht mehr mit mehreren Prüfern, sondern nur noch mit einem Kontrollorgan zu tun haben. Damit sind die Zeiten vorbei, als zuerst der Lohnsteuerprüfer vom Finanzamt kam, Unterlagen anforderte und prüfte, zwei Wochen später rückte der Sozialversicherungsprüfer an, um in den selben Akten zu stöbern und einige Tage später war es der Prüfer der Gemeinde der die Kommunalsteuer unter die Lupe nahm. Dieses Horrorszenario gehört nun der Vergangenheit an", betonte der FP-Politiker. Nur noch eine Prüfungsanmeldung Es gebe nur noch eine Prüfungsanmeldung, einen Prüfungsvorgang und eine Schlussbesprechung. Außerdem sei eine größere Rechtssicherheit gegeben: "Eventuelle Fehler werden rascher entdeckt, und fünf Jahre später drohen keine Nachzahlungen", sagte Böhacker, der im Zivilberuf Steuerberater ist. Auch für die Behörde ergäben sich dadurch "viele Vorteile". So könne die Prüfungsdichte erhöht werden, es komme zu kürzeren Prüfungsintervallen und eventuelle Unregelmäßigkeiten würden früher festgestellt und damit das Prinzip der Gleichheit der Besteuerung besser umgesetzt, so Böhacker. "Obwohl die 250 Krankenkassenprüfer weiter Sozialminister Herbert Haupt unterstellt bleiben, die 180 Lohnsteuerprüfer dem Ressort von Finanzminister Karl-Heinz Grasser zugeordnet bleiben, wird durch entsprechende Zusammenarbeit zwischen den Ressorts die Betriebsprüfung dennoch aus einer Hand kommen. Der Sozialversicherungsprüfer wird künftig auch die Steuern durchleuchten und umgekehrt der Lohnsteuerprüfer auch die Sozialversicherungsabgaben", so Böhacker weiter.(APA)