Wien - Die bekannt verhärteten Fronten zwischen Regierung und SPÖ in Sachen Temelin traten am Mittwoch im Plenum des Nationalrats erneut deutlich zu Tage: die Sozialdemokraten verweigerten der von ÖVP, FPÖ, aber auch den Grünen getragenen Entschließung ihre Zustimmung. EU Beitritt Tschechienund Temelin ÖVP und FPÖ nutzten die Temelin-Debatte, um der neuen tschechischen Regierung in Sachen EU-Beitritt die Rute ins Fenster zu stellen. Es müsse klar sein, dass es für den EU-Beitritt zwei Hindernisse, nämlich Temelin und die Benes-Dekrete, gebe, sagte ÖVP-Klubobmann Andreas Khol. FPÖ-Generalsekretär Karl Schweitzer legte nach: "Wenn Tschechien EU-Mitglied werden will, hat Tschechien entsprechende Voraussetzungen zu erfüllen." Es könne weder die Benes-Dekrete in dieser Form geben, noch das AKW Temelin. SPÖ begründete ihr Nein zur Temelin-Entschließung des Nationalrats Die SPÖ begründete ihr Nein zur Temelin-Entschließung des Nationalrats zur Anti-Atompolitik mit dem Nicht-Eingehen der Regierung auf drei rote Forderungen: Vorlage eines Verhandlungsplanes der Regierung, Regierungs-Initiative für eine EU-Atomausstiegskonferenz und keine freiheitliche "Veto-Keule" während der neuerlichen Verhandlungen mit Tschechien. Die Grünen erkannten dagegen in dem Antrag ihre Handschrift. So sei es gelungen, dass erstmals eine finanzielle Ausstiegs-Unterstützung Österreichs in einen solchen Antrag aufgenommen werde, betone etwa Eva Glawischnig. Am Ende der Debatte wurde die Rückverweisung des Anti-Temelin-Volksbegehrens an den Ausschuss beschlossen.(APA)