Wien - Wie in vielen anderen Organisationen ist auch in der katholischen Kirche der Ausschluss eines Mitgliedes aus der Gemeinschaft der Gläubigen ein Mittel, um Störungen abzuwehren. Gründe für eine Exkommunikation - auch Kirchenbann genannt - können u. a. Bruch des Beichtgeheimnisses, Missbrauch des Abendmahls, tätlicher Angriff gegen Papst, Bischöfe oder Priester und Abfall vom Glauben sein. Sie tritt nach solchen Vergehen automatisch ein; in schweren Fällen wird sie vom Papst oder Bischof öffentlich ausgesprochen.Verlust sämtlicher Rechte Ein Exkommunizierter ist zwar nicht aus der Kirche ausgeschlossen, weil die Taufe nicht zurückgenommen werden kann; er verliert aber sämtliche kirchlichen Rechte, z. B. zur Übernahme von kirchlichen Ämtern, zur Teilnahme an den Sakramenten und das Recht auf kirchliche Bestattung; nur das Anhören der Verkündigung im Gottesdienst ist erlaubt. Durch die Vergebung in der Beichte oder durch Widerruf vor Zeugen kann die Exkommunikation wieder aufgehoben werden. Daran ist zu erkennen, dass sie in erster Linie Strafe zur Besserung und nicht endgültige Trennung sein soll. Eine biblische Rechtfertigung für dieses Verfahren sah man in dem Wort Jesu, dass ein sündiger Bruder, der nach zweimaliger Zurechtweisung (unter vier Augen, dann vor Zeugen) auch auf die Gemeinde nicht hört, wie ein Heide oder Zöllner zu behandeln sei (Evangelium nach Matthäus 8,15-17). (APA)