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Die österreichischen Parlamentarier sind seit Mitte Mai mit Laptops ausgestattet und können innerhalb des Gebäudes drahtlos im Internet surfen.

Foto: APA/Schlager
Wien - Die drahtlose Übertragungstechnologie Wireless Lan wird in Europa immer häufiger in historischen Gebäuden angewendet. "Vorteil ist, man muss nicht stemmen und muss keine Kabel einziehen", sagt Günther Brand, Österreich-Geschäftsführer von Cisco Systems, einem der weltweit führenden Anbieter von Netzwerklösungen. Jüngstes Projekt: Die drahtlose Anbindung aller Parlamentarier an Intra- und Internet. Zwar schrumpft in Gebäuden wie dem Parlament aufgrund der dicken Mauern die Reichweite solcher lokaler Funknetze von hundert auf zwanzig bis dreißig Meter, doch lässt sich mit der genügenden Anzahl von kleinen, drahtlosen Sende- und Empfangsstellen (Access-Points) trotzdem im ganzen Haus ein Netz mit hoher Übertragungsrate (elf Megabit pro Sekunde) einrichten. Das Parlament wurde mit 67 Cisco-Access-Points ausgestattet. Wegen der Sicherheitsfrage - diese wird bei WLANs oft als Schwachpunkt angesehen - wurde ein umfassendes Sicherheitskonzept integriert. Besucher-PCs Auch die Mitarbeiter der Volksoper sowie die Wiener Secession sind so vernetzt. Die Volksoper regelt ihre Tontechnik nur mehr über Laptops. Und Museen wie die Secession könnten zukünftig ihren Besuchern "Tablet-PCs", leichte, tragbare Rechner ohne Tastatur, in die Hand drücken. Brandt: "Der Besucher kann sich beliebige Informationen abrufen." In Deutschland hat nun dieser Tage die Telekom-Regulierungsbehörde Frequenzen im so genannten Fünf-Gigahertz-Band für solche lokale Netzwerke freigegeben. "Damit wird eine Datenübertragung von 54 Megabit pro Sekunde möglich", erklärt Brandt. In Österreich steht diese Frequenz für zivile Nutzung nicht zur Verfügung. Hot Spots Eine andere sich ausbreitende Anwendung für die drahtlosen Netze sind öffentliche "Hot Spots" in Lokalen, Hotels oder Flughäfen, die gegen Gebühr zugänglich sind. Der Betreiber metronet hat inzwischen rund 120 Hot Spots in ganz Österreich errichtet, weltweit das viertgrößte öffentliche WLAN-Netz. Für Studenten wurde zuletzt mit sechs Euro pro Monat ein Sondertarif eingerichtet. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Printausgabe 11.7.2002)