Wien – Dracula, Frankenstein und all die anderen horriblen Klassiker – vor der Kulisse des Flakturms im Wiener Augarten: Heute, Donnerstag, startet wieder das Open-Air-Filmfestival "Kino unter Sternen" – Schwerpunkt des heurigen Jahrs sind die Produktionen der in den 30er-Jahren gegründeten britischen "Hammer Films", des ehemals größten europäischen Filmstudios, das sich in den 50er-Jahren dem Gothic Horror verschrieben hatte.

Neben Terence Fishers 1957 gedrehten "The Curse of Frankenstein", "The Revenge of Frankenstein" (1958) und seinen beiden "Dracula"-Filmen (1958 und 1966) lehren im Augarten unter Sternen unter anderem "The Nanny" (1965) mit Bette Davies und Roy Ward Bakers "Dr. Jekyll and Sister Hyde" (1971) das Gruseln. Zur Eröffnung des Specials "Hammer – House of Horror" am Freitag (12. 7.) mit Fishers "The Mummy" (1959) wird seine Tochter Micky Harding anwesend sein und über das Studio als solches und die Arbeit ihres Vaters erzählen.

Dazu die von Stefan Grissemann und Constanze Kargl kuratierte Sonntagsreihe "Amok": Sie widmet sich dem Zusammenhang von Globalisierung und Gewalt. Fünf Filme über Geld, Gesellschaft und existenziellen Druck beschreiben Menschen zwischen Lebenskampf und Resignation. Vor der Vorführung (21.30 Uhr) gibt es um 19 Uhr einen Vortrag auf der Wiese.

Den Auftakt macht die STANDARD-Architekturkritikerin Ute Woltron am 14. Juli mit einem Vortrag über "Megacity & Depression", der auf Ka-thryn Bigelows "Strange Days" vorbereiten soll. Am 21. Juli präsentiert Franzobel als Einleitung zur Preview von Laurent Cantets "L'emploi du temps" Materialien aus seinem Roman "Austrian Psycho", in der Woche darauf spricht Paulus Hochgatterer vor der Projektion von Luc und Jean-Pierre Dardennes Porträt "Rosetta" über "Raserei und Psyche". (frei/DER STANDARD, Printausgabe 11.07.2002)