"Es sind immer wieder dieselben Leute, die mit solchen missverständlichen Äußerungen auffallen", sagt Bundeskanzler Wolfgang Schüssel zu Volksanwalt Stadlers Gleichsetzung von NS-Herrschaft und Besatzungszeit durch die Alliierten. Da hat der Kanzler wirklich Recht, mit der einen Ausnahme, dass Herrn Stadlers Äußerungen nicht "missverständlich" sind.Sie sind ganz genau so gemeint, wie sie jeder verstehen muss, der im Vollbesitz seines Urteilsvermögens ist. Was den Passus "immer dieselben Leute" betrifft, so stimmt Schüssels Aussage im Fall Stadler zwar. Was er aber nicht sagt: Es gibt noch mehr "immer dieselben". Die Wiener und die niederösterreichische FPÖ wimmeln vor solchen Immerdieselben. Herr Gaugg, der nun mit Komplizenschaft der ÖVP in eine Pfründe gedrückt wird, hat seinerzeit NAZI positiv buchstabiert; und die verharmlosenden Äußerungen Jörg Haiders zu NS sind inzwischen Legion. Und mit dem hat Schüssel diese Koalition beschlossen. Man konnte schon längst wissen, dass mit anerkennenswerten Ausnahmen - Riess-Passer, Grasser, Gorbach - in der FPÖ die Immerdieselben überreich vertreten sind. Man hat es nicht wahrhaben wollen. (DER STANDARD, Printausgabe, 10.7.2002)