Auf Deutschlands Privatsendern lastet die Depression.

Die Branche ist, daran besteht kein Zweifel, im Umbruch. Anstelle der Euphorie aus vergangenen Tagen hat sich Ratlosigkeit breit gemacht: Die Zeiten sind schlecht, so mancher kommt da nicht mehr mit.

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Denn natürlich ist es nur schwer zu verstehen,

warum er plötzlich nicht mehr interessiert, der Gedankenaustausch am Nachmittag oder die Selbsterfahrung im Container. Die Einsicht ist schmerzhaft. Das gestand sich auch ProSiebenSat.1-Chef Urs Rohner bei der Hauptversammlung seiner ohnehin schwer angeschlagenen Kirch-Tochterfirma ein: Talkshows am Nachmittag könnten gegen Gerichtsshows nicht mehr bestehen, das Vorabendprogramm "Mission Germany" (erinnert sich jemand daran?) sei schlicht "ein Fehler" gewesen, und den Serienwiederholungen im Hauptabendprogramm seien die Zuschauer davon gelaufen.

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Wie auch immer,

im Augenblick herrscht alles andere als Busen, Bumsen, Ballermann. Für Abwechslung sorgte in diesem Zusammenhang Frau Arabella Kiesbauer, deren einst so beliebter Nachmittagstalk ("Arabella kämpft für dich!", "Arabella zeigt dir die Wahrheit auf Video!", "Arabella testet deine Liebe" etc.) mit einem Mal in Ungnade zu fallen scheint.

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Sich mit "Lakritzschnüren zu fesseln

und die dann aufzuessen, kann sehr spannend" sein, vertraute sie "Bild" ("Wie lang muss 'er' sein, um Sie richtig glücklich zu machen?") an. Was sie damit sagen will: Der Überlebenskampf ist eröffnet, es lebe der Selbsterhaltungstrieb! (prie/DER STANDARD, Printausgabe, 11.7.2002)

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