New York - US-Behörden haben einem Zeitungsbericht zufolge den US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb wegen möglicher aufgeblasener Umsätze unter die Lupe genommen. Dabei gehe es um die Erlöse aus dem vergangenen Jahr und ein Volumen von einer Mrd. Dollar, berichtete die "Financial Times" am Donnerstag. Mitarbeiter von Bristol-Myers hätten sich mit der US-Börsenaufsicht SEC getroffen, um Umsätze des Unternehmens mit Großhändlern zu besprechen, mit denen deren Lagerbestände nach oben getrieben worden seien. In dem Bericht hieß es weiter, derzeit sei aber noch nicht ausgemacht, ob sich das Unternehmen unkorrekt verhalten oder bewusst versucht habe, durch die Schaffung außerordentlich hoher Lagerbestände die Umsätze aufzublähen. Eine Sprecherin von Bristol-Myers wollte auf Anfrage von Reuters zu dem Bericht keine Stellungnahme abgeben. Ermittlungen auch gegen Qwest Communications Auch gegen das finanziell angeschlagene US-Telekomunternehmen Qwest Communications International hat die US-Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen. Die Behörde habe keine näheren Angaben über den Gegenstand der Ermittlungen gemacht, teilte Qwest am Mittwoch in Chicago mit. Qwest werde ohne Einschränkungen mit der Staatsanwaltschaft kooperieren, sagte Unternehmenssprecher Tyler Gronbach. Der Aktienkurs brach in Reaktion auf die Nachricht in der Spitze um rund 41 Prozent ein. Telekommunikations-Branche weiter geschwächt Die Mitteilung von Qwest habe die Glaubwürdigkeit der Unternehmen der Telekommunikations-Branche weiter geschwächt, sagten Analysten. Ende Juni hatte WorldCom mit dem Eingeständnis, das Unternehmen habe in seinem Zahlenwerk falsch gebuchte Aufwendungen in Höhe von fast vier Milliarden Dollar (4,03 Mrd. Euro) entdeckt, die Finanzmärkte weltweit in Aufruhr versetzt. "Fast jeder wird für schuldig gehalten, so lange bis diese ganze Periode zu Ende ist", sagte Henry Asher, Präsident der Northstar Group, die bereits im Februar fast alle Qwest-Aktien verkaufte. "Die Telekommunikations-Branche braucht keinen weiteren Skandal", sagte der unabhängige Branchenanalyst Jeff Kagan. (APA)