Jerusalem - Die israelische Armee hat bei Razzien im Gebiet von Nablus im besetzten Westjordanland in der Nacht auf Donnerstag zwei Palästinenser festgenommen, die offenbar Selbstmordattentate planten. Wie der israelische Rundfunk berichtete, wurden bei der Suche nach Extremisten in dem Dorf Asira weitere sieben Männer verhaftet, die an Überfällen auf Israelis beteiligt gewesen sein sollen. In den vergangenen zehn Tagen haben israelische Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben mehr als ein halbes Dutzend Palästinenser festgenommen, die trotz der wochenlangen Besetzung der meisten autonomen Städte im Westjordanland Selbstmordanschläge in Israel geplant hatten. Teilrückzug von israelischer Armee empfohlen Einen Tag nach dem Stabwechsel an der Spitze der israelischen Armee haben führende Offiziere vor einem Gewaltausbruch in den besetzten Palästinensergebieten gewarnt. Die Offiziere forderten in einem Gespräch mit dem neuen Generalstabschef Mosche Yahalon in Jerusalem einen Teilrückzug der Truppen, wie das israelische Fernsehen am Mittwoch berichtete. Die Lage in den besetzten Gebieten gleiche der vor einem "Vulkanausbruch", hieß es. Yahalon ist Nachfolger von Shaul Mofas. 800.000 Palästinenser leben unter einer von der Armee verhängten Ausgangssperre Seit mehr als drei Wochen leben rund 800.000 Palästinenser unter einer von der Armee verhängten Ausgangssperre. Sieben der acht großen Autonomiestädte im Westjordanland sind seit dem Beginn des Militäreinsatzes Mitte Juni besetzt. Der Gouverneur von Bethlehem, Mohammed Madani, warnte unterdessen vor einer "humanitären Katastrophe" in seiner Stadt. Tausende Einwohner hätten ihre Arbeit verloren, hunderte seien festgenommen worden und rund 1500 Menschen seien nach der Zerstörung ihrer Häuser obdachlos. Das Leben in Bethlehem sei völlig zum Erliegen gekommen, teilte Madani in einer Erklärung mit. (APA/dpa)