Wien - Bei der bisher größten Kapitalerhöhung in der Geschichte der Wiener Börse hat sich die Erste Bank durch die Ausgabe junger Aktien 642 Mio. EURO an frischem Kapital besorgt. Die neuen Aktien kosten 69,70 EURO pro Stück. Das Grundkapital der Bank wurde von 366 auf 433 Mio. EURO erhöht. Mit dem Erlös aus der Kapitalerhöhung finanziert die Erste Bank den Kauf der tschechischen Großbank Ceská sporitelna. Außerdem wird das Geld zur Rekapitalisierung der kürzlich erworbenen Rijecka banka verwendet. Wiener Städtische kam nicht zum Zug Weil das Angebot an Aktien mehrfach überzeichnet war, kam es zu Kürzungen. Auch die Tochter der Wiener Städtischen, die Donau Versicherung, kam nicht zum Zug. Die Wiener Städtische-Gruppe habe "kein ernst zu nehmendes Offert gelegt", sagte ein Erste-Bank-Sprecher. Dem Vernehmen nach hat die Städtische-Gruppe ein zu tiefes Limit gesetzt. Zur Wochenmitte hatte noch Städtische-Chef Günter Geyer im STANDARD-Gespräch bestätigt, dass sich die Donau-Versicherung, am Zeichnungsangebot für junge Aktien beteiligt habe. Geyer sprach von knapp drei Prozent des Emissionsvolumens. Streubesitz gestiegen PP Weil eine Hand voll strategischer Aktionäre ihre Bezugsrechte für junge Aktien nicht ausübte, ging die Zahl der Einzelaktionäre, die mehr als fünf Prozent an der Erste haben zurück. Der Streubesitz stieg von 53,2 auf 64,4 Prozent. Die zur Raiffeisen-Gruppe gehörende Uniqa Versicherung kaufte keine jungen Aktien und reduzierte ihren Anteil von 6,6 auf 6,1 Prozent. Aus der Uniqa hieß es lapidar "wir befinden uns in laufenden Gesprächen". Wessen Inhalts diese sind wurde nicht gesagt. Die Beteiligung der Generali Versicherung beträgt künftig 3,7 (bisher 4,3) Prozent, Swedbank kommt auf 3,4 (nach vier) Prozent, Artesia/Dexia wird auf 1,8 (2,1) Prozent zurückfallen, und die deutsche Commerzbank auf 1,7 (bisher zwei) Prozent. Die Sparkassen haben ihre Bezugsrechte ausgeübt und zum Teil auch zusätzlich gezeichnet, sodass ihr gemeinsamer Anteil von zuletzt 8,1 auf 8,5 Prozent steigt. Erst-Bank-Chef Andreas Treichl war von der massiven Nachfrage begeistert, zumal die Kapitalerhöhung in eine "außerordentlich turbulente Marktsituation" fiel. (cr, DER STANDARD, Printausgabe 11.7.2002)