Washington - Die US-Regierung erwartet nach Angaben aus Regierungskreisen wegen der Schwäche der Aktienmärkte ein höheres Haushaltsdefizit als bisher angenommen. Wie am Mittwoch in Washington verlautete, werde die Regierung in der kommenden Woche neue Prognosen veröffentlichen, in denen für die Geschäftsjahre 2002 und 2003 höhere Defizite erwartet werden. Zwar sei das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2002 höher als erwartet ausgefallen. Jedoch seien die Auswirkungen der geringeren Einnahmen durch die Kapitalgewinnsteuer unterschätzt worden. Das Haushaltsbüro (OMB) von Präsident George W. Bush hatte im Februar für das Geschäftsjahr 2002 ein Defizit von 106 Milliarden Dollar, für 2003 von 80 Milliarden Dollar und für 2004 von 14 Milliarden Dollar vorhergesagt. Den Kreisen zufolge wird in dem für Montag erwarteten Haushaltsbericht des OMB eine Rückkehr zu einem Haushaltsüberschuss für 2005 erwartet. Die Auswirkung der Kapitalgewinnsteuer unterstreicht die politische Bedeutung der Aktienkurse für Bush. Sollten diese weiter fallen und damit das Haushaltsdefizit wachsen lassen, würde dies den Demokraten vor den Kongresswahlen eine Angriffsfläche bieten. Sie machen Bushs Steuererleichterungen in Höhe von 1,35 Billionen Dollar (etwa 1,38 Billionen Euro) für das Defizit verantwortlich. Dagegen sagen Bushs Republikaner, dass die Steuerkürzungen maßgeblich für die Erholung der US- Wirtschaft nach einer Rezession und den Anschlägen vom 11. September gewesen seien. Sie machen höhere Staatsausgaben und nicht Steuerkürzungen für das Defizit verantwortlich. (APA/Reuters)