Kulmbach - In der heimlichen deutschen Hauptstadt des Bieres wird an diesem Freitag die Deutsche Akademie für Kulinaristik eröffnet. Spitzenköche und Kulturwissenschafter werden von November an in Kulmbach Seminare rund um das Kulturthema Essen abhalten. Mit Veranstaltungen zu Themen wie Küchenkulturen Zentraleuropas, Essen und Erotik, Ernährungsprobleme bei Kindern und Qualitätsmanagement wollen die Akademiegründer vor allem Fachleute aus der Gastronomie und der Tourismuswirtschaft ansprechen. Sterneköche wie Andreas Pflaum, Vincent Klink und Eckart Witzigmann wollen in der Akademie neue Leitkonzepte für die Bereiche Dienstleistung und Gastlichkeit entwickeln und die Kompetenz wie die gesellschaftliche Anerkennung der Mitarbeiter in der Gastronomie erhöhen. Hervorgegangen ist die Akademie aus dem Arbeitskreis "Kulturthema Essen", der Anfang der neunziger Jahre vom Pegnitzer Hotelier Andreas Pflaum und dem Bayreuther Lehrstuhlinhaber für Interkulturelle Germanistik, Alois Wierlacher, ins Leben gerufen wurde. Im Gewürzmuseum auf der Kulmbacher Plassenburg kann die Akademie auf eine Spezialbibliothek mit historischen Kochbüchern zurückgreifen. "Uns geht es nicht um das Kochen schlechthin", sagt Andreas Pflaum, Chef des vor allem in Wagner-Kreisen geschätzten Pflaums Posthotel Pegnitz (ppp), "sondern um eine kulturelle Kommunikation, die mit der Globalisierung zunehmend an Bedeutung gewinnt." So sollen auch Führungskräfte von international operierenden Unternehmen, Verbänden und Behörden angesprochen werden. In Kooperation mit der Universität Bamberg wollen die Initiatoren der Akademie für Kulinaristik auch einen Masterstudiengang für die Gastronomie entwickeln. Die Branche leidet laut Pflaum darunter, dass ihr "die Weihen akademischer Ausbildung" weitgehend fehlen. (APA/dpa)