Bern - Der Schweizer Botschafter in Luxemburg, Peter Friederich, ist am Montag in der Schweiz wegen des Verdachts auf Geldwäsche verhaftet worden. Die Schweizer Bundesanwaltschaft teilte Donnerstag mit, es gehe um private Transaktionen von Geldern ungeklärter Herkunft in der Höhe von mehreren hunderttausend Schweizer Franken. Die Ermittlungen gegen den Botschafter seien durch luxemburgische Hinweise ausgelöst worden. Gerüchte, wonach Friederich unter einem Vorwand in die Schweiz gelockt und verhaftet worden sei, wollte der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Mark Wiedmer, nicht kommentieren. Wiedmer bekräftigte, dass die verdächtigen Geldtransaktionen einen privaten Hintergrund hätten. Friederich habe seine Stellung als Botschafter nicht missbraucht. Der 60-jährige Friederich steht nach Angaben des Schweizer Außenministeriums seit über 30 Jahren im diplomatischen Dienst. Seinen ersten Botschafterposten übernahm er 1991 in Vietnam. Ab 1995 war er Botschafter in Kuba. Im Dezember 1999 wurde er Botschafter in Luxemburg. Seinen Posten übernimmt nun vorübergehend der Diplomat Pascal Decosterd. In der "Affäre" um den früheren Schweizer Botschafter in Berlin, Thomas Borer, gab es am Donnerstag eine interessante Wende: Mathias Nolte, der Chefredakteur der zum Ringier-Verlag gehörenden Boulevardzeitung "SonntagsBlick" trat mit sofortiger Wirkung zurück. Als Grund für diesen Schritt nannte der Verlag am Donnerstag "das belastete Vertrauensverhältnis zwischen ihm und der Ringier-Konzerleitung als Folge der Borer-Affäre". Auch die Berliner Ringier-Korrespondentin Alexandra Würzbach trennt sich von dem Verlag. Der "SonntagsBlick" hatte Ende März über eine angebliche Affäre des inzwischen zurückgetretenen Schweizer Botschafters in Berlin, Thomas Borer, mit der Berliner Visagistin Djamila Rowe, berichtet und auch Fotos dazu veröffentlicht. Borer, der zusammen mit seiner amerikanischen Frau Shawn Fielding schnell zu einer bekannten Figur in der Berliner Partyszene geworden war, hatte die Berichte immer dementiert. Als er in das Berner Außenministerium zurückversetzt werden sollte, quittierte er seinen Dienst und ließ sich in Berlin als Unternehmensberater nieder. Djamila Rowe widerrief Anfang Juli in einer Eidesstattlichen Erklärung ihre frühere Aussagen über ein Verhältnis mit Borer und erklärte, es sei nichts gewesen. Der Ringier-Verlag ließ ihr nach Verlagsangaben inzwischen per einstweiliger Verfügung die Behauptung verbieten, sie sei von Würzbach und von Verleger Michael Ringier unter Druck gesetzt worden und man habe ihr viel Geld geboten. Von Ringier veranlasste Untersuchungen der Fotos, die die Affäre belegen sollten, ergaben keine eindeutigen Beweise für oder gegen deren Echtheit. In Bern verlangten Sprecher der Parteien Klarheit über die Umstände, die zur Abberufung Borers von seinem Botschafterposten geführt haben.(APA/Reuters/AP)