Wien - Laut der Verschlussakte über die Eurofighter-Gegengeschäfte entpuppt sich der Großteil der Verträge als Ansammlung "frommer Wünsche", berichtet das Nachrichtenmagazin "Format" in der kommenden Ausgabe. Die Ankündigung von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, wonach Gegengeschäfte im Volumen von 5,482 Milliarden Euro "als machbar anzusehen" sind, läßt sich laut der Format vorliegenden Akte nicht nachvollziehen: Bisher wurden vom Eurofighter-Produzenten EADS nämlich mit heimischen Unternehmen nur 18 Absichtserklärungen über ein Auftragsvolumen von rund zwei Milliarden Euro unterzeichnet. Androsch als größer Profiteur Wie "Format" weiter berichtet, ist die auf den Bau von Flugzeugkomponenten spezialisierte FACC des Industriellen Hannes Androsch größter Profiteur der Abfangjägerbeschaffung: FACC darf auf insgesamt sieben Aufträge im Gesamtwert von 656 Millionen hoffen. Mit EADS ein "Memorandum of Understanding" unterzeichnet haben unter anderem auch die RZB-Tochter Top Equity (500 Millionen), Kapsch (200 Millionen), Siemens (150 Millionen) und Pankl Racing (135 Millionen). Die übrigen 85 Vorhaben haben laut dem Format-Bericht im Moment die Qualität "frommer Wünsche": So führen die Steyr Daimler Spezialfahrzeuge (gepanzerte Radfahrzeuge) Gespräche über einen 250-Millionen-Auftrag mit der finnischen Patria. EADS sucht in Österreich außerdem Partner für den Bau eines leichten Kampfflugzeugs und hat laut Akte sogar "Gespräche mit dem Continental-Konzern" zur Rettung des Standortes Semperit in Traiskirchen aufgenommen. Kärnten profitiert massiv Massiv von der Abfangjäger-Beschaffung profitieren soll laut Format auch Kärnten: Landeshauptmann Jörg Haider hat bei EADS den Wunsch zur Verwirklichung von vier Technologieparks sowie die Errichtung einer Werft zur Wartung brasilianischer Embraer-Jets deponiert. Cap: Ungereimtheiten werden noch viele Jahre andauern "Die Ungereimtheiten rund um den Abfangjäger-Deal werden Österreich noch viele Jahre in Atem halten", prophezeite SPÖ-Klubobmann Josef Cap. Denn egal, ob es um die Anschaffungskosten, die sicherheitspolitischen Zielsetzungen oder die berüchtigten Kompensationsgeschäfte gehe, die Regierung agiere beim "Kriegsgeräte"-Kauf mit vagen Andeutungen statt mit konkreten Zahlen, Daten und Fakten, so Cap am Donnerstag. (red)