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Zwei Frauen während der letztjährigen Gedenkfeier. In ihren Händen ein Leintuch mit den Namen der Opfer von Srebrenica.

foto: reuters/krstanovic
Sarajewo - Unter scharfem Sicherheitsschutz sind am Donnerstag rund 5.000 Überlebende von Srebrenica zum Ort des Massakers zurückgekehrt, um der Tausenden Opfer zu gedenken. Zum siebenten Jahrestag des schlimmsten Blutbads unter Zivilisten in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg wollten sie auch an Freunde und Verwandte erinnern, deren Leichen bisher nicht gefunden wurden. Bis zu 8.000 Menschen wurden 1995 in der moslemischen Enklave niedergemetzelt, nachdem bosnische Serben am 11. Juli die UNO-Schutzzone überrannt hatten. Rund 2.000 bosnisch-serbische Polizisten sicherten den Ort der Gedenkfeier. Entlang der Straßen nach Srebrenica waren im Abstand von jeweils 50 Metern Polizeiposten stationiert, als die 112 Busse mit Überlebenden vorbeifuhren. Zehntausende Bewohner wurden damals aus dem Ort 80 Kilometer nordöstlich von Sarajewo vertrieben. Frauen und Kinder wurden von den serbischen Truppen in umliegende Orte gebracht, wo sie auf ihre Männer und Söhne warten sollten. Die meisten Männer kamen nie an - sie wurden Opfer des dreitägigen Massakers. Den niederländischen Soldaten in der UNO-Zone gelang es nicht, die Menschen zu schützen. Bisher wurden die Leichen von etwa der Hälfte aller Vermissten in Massengräbern gefunden. Es war das dritte Mal, dass die Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Gräueltat in Srebrenica stattfinden konnte. Erwartet wurden der internationale Bosnien-Beauftragte Paddy Ashdown sowie der neue Bürgermeister von Srebrenica, Desnica Radivojevic, dessen Kurs der Versöhnung eine Annäherung zwischen Serben und Moslemen ermöglicht hat. Erst im vergangenen Jahr begannen Vertriebene, in ihre Häuser zurückzukehren. (APA/AP)