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Marwan Barguti war Generalsekretär der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Arafat im Westjordanland und gleichzeitig Chef der Tansim-Milizen. Mitte April wurde er von den Israelis festgenommen.

Foto: dpa/AFP/Philippe Huguen
Jerusalem/Ramallah - Israel will dem Mitte April festgenommenen Fatah-Führer im Westjordanland, Marwan Barguti, in einem öffentlichen Verfahren vor einem Zivilgericht den Prozess machen und nicht vor einem Militärgericht. Dem Generalsekretär der Fatah-Organisation des palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat im Westjordanland und Chef der Tansim-Milizen wird vorgeworfen, Angriffe auf Israelis organisiert zu haben. "Wir wollen, dass die Öffentlichkeit die Beweise kennt und weiß, dass Gerechtigkeit geübt wurde", sagte ein Sprecher des israelischen Justizministeriums am Donnerstag in Jerusalem. Bei Militärgerichten sei die Öffentlichkeit jedoch nur eingeschränkt zugelassen. Baguti weist Vorwürfe zurück Üblicherweise wird Palästinensern, denen Anschläge auf Israelis vorgeworfen werden, der Prozess vor Militärgerichten gemacht. Barguti hat die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, er sei nur als Politiker gegen die israelische Besetzung aktiv geworden. Einen Termin für das Verfahren gegen Barguti nannte der israelische Ministeriumssprecher nicht. In der palästinensischen Bevölkerung genießt der Fatah-Chef nach Meinungsumfragen großen Zuspruch. Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben in Dörfern unweit der palästinensischen Stadt Nablus am frühen Donnerstagmorgen zehn Palästinenser festgenommen. Die Armee teilte mit, alle hätten Verbindungen zur radikalen "Volksfront für die Befreiung Palästinas" (PFLP). Eine der festgenommenen Palästinenser werde verdächtigt, an einem Selbstmordanschlag beteiligt gewesen zu sein. Nach palästinensischen Angaben wurden von den israelischen Soldaten zwölf Palästinenser festgesetzt. Derzeit hält die israelische Armee im Westjordanland sieben der acht größeren Palästinenser-Städte besetzt.(APA/Reuters)