Der Rekord-Rubens wurde mit einer "ganz offiziellen Ausfuhrbewilligung" aus Österreich ausgeführt - wenn auch "nicht unter der Bezeichnung 'Rubens'", schilderte Brigitte Faszbinder, die Leiterin der Ausfuhrabteilung im Bundesdenkmalamt. Das Bild firmierte als Werk von Jan van den Hoecke. Dennoch wird es keine Revision der Ausfuhrgenehmigung geben, selbst angesichts des gewaltigen Wertes, den das Bild bei seiner Versteigerung erzielen konnte.Keine "Vortäuschung falscher Tatsachen" Faszbinder hält es für "fraglich", ob man in diesem Fall von "Vortäuschung falscher Tatsachen" sprechen könne, da das Bild jahrhundertelang nicht als Rubens gehandelt worden war. Daher könnten die Besitzer "selbst nicht gewusst" haben, dass es sich um einen Rubens handelt. Österreich hat genug Rubens-Gemälde Selbst als höchst wertvoller Rubens wäre "letztendlich wahrscheinlich" eine Ausfuhrgenehmigung erteilt worden, so Faszbinder, denn die Arbeit des Bundesdenkmalamtes folge nicht dem materiellen Wert, sondern der künstlerischen Bedeutung für Österreich. "Die Museen und Sammlungen sind in Österreich mit Rubens-Gemälden hervorragend ausgestattet. Daher ist es nicht unser vorrangiges Interesse, Rubens-Gemälde im Lande zu halten". Siegel der Liechtensteins nicht gesehen Dass das Werk 1920 von der Fürstenfamilie von Liechtenstein an den Vater der 89-jährigen Österreicherin verkauft wurde, hätte auch nichts an der Gültigkeit der Ausfuhrbewilligung geändert. "Obwohl wir aus welchen Gründen auch immer das Siegel der Liechtensteins am Bild bei unserer Begutachtung nicht gesehen haben". Jedoch sei "auch nicht alles, was in der Sammlung Liechtenstein war, von österreichischem Interesse. Aus dieser Sammlung wurde in der Vergangenheit immer wieder etwas verkauft". (APA)