Dornbirn - Wer verdächtigt wird zu kiffen, kann in Vorarlberg mit "Verfolgungseifer" der Exekutive rechnen. Keine Aussagen gegenüber der Polizei zu machen und deren Vorladungen nicht zu folgen empfiehlt die "Bürgerinitiative zur Gleichstellung von Cannabis mit den legalen Drogen Alkohol und Nikotin". "Fortschreitende Repression" mache diese Form von Widerstand notwendig, begründet Bernhard Amann, Sprecher der österreichweit agierenden Gruppe: "Fast alle gerichtlich verfolgten Fälle sind auf Selbst- und Fremdbeschuldigungen zurückzuführen." Die Geständnisse kämen meist nicht "freiwillig" zustande, es werde "unfairer psychischer Druck ausgeübt". Es komme immer wieder vor, dass Beamte am Arbeitsplatz auftauchten und Fragen stellen. Oder per Postkarte zum Besuch auf dem Posten einladen. Vor der Exekutive nicht auszusagen sei legal, versichern die Initiativen-Anwälte Gebhard Heinzle und Andreas Brandtner. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte besage, "das Recht zu schweigen und das Recht, sich nicht selbst beschuldigen zu müssen, bilden das Herzstück eines fairen Verfahrens". Ein Flugblatt mit Tipps werde verteilt, so Tobias Dönz von Legalize! Österreich. (jub/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12. 7. 2002)