Wien - "Der Dreiervorschlag war einfach schlecht", begründet Arnold Suppan die gestern im STANDARD berichtete Entscheidung, als kommenden Direktor des Österreichischen Ost- und Südosteuropa-Instituts erneut den amtierenden Leiter Peter Jordan zu bestellen, statt dem aus einem internationalen Auswahlverfahren hervorgegangenen Dreiervorschlag Folge zu leisten. Wenig Gutes wollte er den bestgereihten Wissenschaftern zugestehen: Der Erstgereihte gelte unter Kollegen "bestenfalls als untermittelprächtig" und habe ein "wissenschaftliches Oeuvre, das bei uns nicht einmal mehr für eine Habilitation reichen würde". Der Zweitgereihte sei im Dreiervorschlag der wissenschaftlich Beste, habe aber in der Fachwelt den Ruf, "ein schwieriger Kollege zu sein".Der Aufsichtsrat habe sich nach zweistündiger Diskussion gegen die Vorschläge entschieden. Anton Pelinka, der nach der Entscheidung mit dem Historiker Moritz Csaky die Aufsichtsratssitzung am 3. Juli unter Protest verlassen hatte, vermutet hingegen Absprachen mit parteipolitischem Hintergrund. Ein Vorwurf, den Suppan als "absolut lächerlich" zurückweist. "Parteipolitik hat im OSI noch nie eine Rolle gespielt." (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12. 7. 2002)