Kandahar - Die US-Armee soll künftig ihre Militäraktionen in Südafghanistan mit der Provinzregierung absprechen. Die Region Kandahar habe ihre eigene Spezialeinsatztruppe von 400 Männern aufgestellt, um mutmaßliche Taliban und Al-Kaida-Mitglieder aufzuspüren, sagte der Gouverneur der Provinz, Gul Agha, am Mittwochabend in einer vom örtlichen Fernsehen übertragenen Ansprache. Die US-Streitkräfte sollten keine Aktionen mehr führen, sondern nur noch Hilfestellung leisten. Dies habe die Provinzregierung beschlossen. Bei seinem Besuch in Washington werde er auch dieses Thema ansprechen, sagte Agha. Der Provinzgouverneur wird kommende Woche mit dem afghanischen Verteidigungsminister Abdul Rashid Dostum in die USA reisen. Agha reagierte mit seiner Rede auf Beschwerden über wiederholte irrtümliche US-Bombardements von Zivilisten. Erst vor knapp zwei Wochen hatten US-Kampfflugzeuge 48 Menschen beim versehentlichen Angriff auf eine Hochzeitsgesellschaft in der südafghanischen Region Urusgan getötet.(APA)