Barcelona - Die afghanische Menschenrechtlerin Sima Samar hat die internationale Gemeinschaft am Donnerstag aufgerufen, sich stärker für die Rechte der Frauen in ihrem Land zu engagieren. Die weibliche Bevölkerung habe am stärksten unter den mehr als 20 Jahren Krieg und dem Taliban-Regime gelitten, sagte sie am Donnerstag zur Eröffnung einer internationalen Frauenkonferenz in Barcelona. "Selbst der kleinste Rest an Normalität ist zerstört worden. Nun ist es an der Zeit, dass die afghanischen Frauen den Platz einnehmen, der ihnen zusteht", sagte Samar, die in der früheren afghanischen Interimsregierung Frauenministerin war.Systemübergreifend diskutieren An dem zwölften Welt-Frauen-Gipfel, der als Antwort auf das von Männern dominierte Weltwirtschaftsforum in Davos gilt, nehmen noch bis zum Samstag rund 600 Delegierte aus 76 Ländern teil. Vertreterinnen aus Politik, Wirtschaft und von Menschenrechtsorganisationen wollen in der spanischen Mittelmeer-Metropole über Strategien gegen die Benachteiligung der Frauen in der Gesellschaft diskutieren. Etwa die Hälfte der Arbeitskräfte weltweit seien Frauen, betonten die InitiatorInnen des von einer US-Stiftung 1990 ins Leben gerufenen "Global Summit of Women". Zudem seien in der Europäischen Union etwa ein Drittel und in den USA sogar 40 Prozent aller kleinen Unternehmen und Geschäfte in weiblichem Besitz. (APA)