Der Telekom-Dienstleister Priority Telecom hat in den letzten Monaten eine umfangreiche "Downsizing"-Strategie gefahren. "Jetzt fokussieren wir nur mehr auf wenige Kernmärkte und dort nur auf Unternehmenskunden", sagt David Chadwick, CEO von Priority. Für bessere Zeiten stillgelegt Kernmärkte, das sind die Niederlande, Oslo und Wien, wo man über 9000 Kilometer Glasfasernetz Kunden wie Billa (nur in Wien) oder Toyota Frey bedient. Das internationale Backbone wurde geschlossen; das Kabelnetz in Osteuropa für bessere Zeiten stillgelegt. Die Arbeitsplätze wurden um ein Drittel zurückgeschraubt. Insgesamt beschäftigt der Konzern nun 500 Mitarbeiter, in Österreich sind es 60, die auf Carrierdienste und Internetmietleitungen spezialisiert sind. Aus den Restrukturierungen resultiert der Verlust von 86,6 Mio. Euro beim EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen), den das in Amsterdam gelistete Unternehmen im Vorjahr einfuhr. Für heuer wird eine Rückkehr in die Gewinnzone angepeilt. Unabhängige Tochter Priority Telekom ist eine - wie Chadwick betont - unabhängige Tochter der Amsterdamer UPC, die aufgrund ihres hohen Verschuldungsgrades Probleme hatte, die letzte Jahresbilanz zu erstellen. Mit der österreichischen UPC Telekabel, die unter der Marke "Priority" Telefondienste an Haushalte verkauft, stehe man nicht in Verbindung, so der Österreich-Geschäftsführer, Christian Frizsche. (ruz - DER STANDARD PRINTAUSGABE, 12. Juli 2002)