Washington - Weitere 23 Produkte sollen von den erhöhten Importzöllen freigestellt werden, die Präsident George W. Bush zum Schutz der angeschlagenen US-Stahlindustrie erlassen hat. Die Regierung in Washington teilte am Donnerstag (Ortszeit) mit, die Entscheidung basiere auf der Erkenntnis, dass diese von US-Firmen benötigten Produkte nicht in ausreichender Zahl in den USA hergestellt werden könnten. Damit steigt die Anzahl der von den im März verhängten Einfuhrzöllen befreiten Waren auf insgesamt 247. Nach Regierungsangaben haben die neuen Freistellungen für Stahlprodukte ein Volumen von etwa 40.000 Tonnen. Damit seien 740.000 Tonnen oder etwa sechs Prozent der insgesamt gut 13 Millionen importierten Tonnen Stahl von den erhöhten Einfuhrabgaben befreit. Bush will mit den bis auf 30 Prozent angehobenen Zöllen auf Stahlimporte über drei Jahre hinweg die Einfuhr begrenzen, um der heimischen Stahlindustrie Zeit zu geben, wettbewerbsfähig zu werden. Die Europäische Union, Japan und andere US-Handelspartner hatten die erhöhten Zölle kritisiert und mit Vergeltungsmaßnahmen in Form von Strafzöllen für amerikanische Produkte gedroht. Sie warfen den USA einen Verstoß gegen die Regeln des Welthandelsystems vor und reichten Klage bei der Welthandelsorganisation WTO ein. Die Stahlindustrie erklärte, die Regierung habe bei einem Treffen am Montag versichert, dass nicht mehr viele Produkte von den Zöllen freigestellt würden. Momentan würden noch Freistellungsanträge für 800 Produkte bearbeitet. Die US-Handelspartner sagten, sie wollten die Entscheidungen über die Freistellungen genau beobachten, um dann über Vergeltungsmaßnahmen zu entscheiden. In einer von der US-Stahlindustrie vorgelegten Studie heißt es, dass sich die hohen Zölle nur beschränkt auf die Stahlpreise für Verbraucher auswirkten. Die Zölle beträfen nämlich nur 29 Prozent des gesamten Stahlimports. (APA/AP)