Buenos Aires/Moskau - Der argentinische Eisbrecher "Almirante Irízar" hat den Rand des Packeises rund um das seit sechs Wochen in der Antarktis eingeschlossene deutsche Schiff "Magdalena Oldendorff" erreicht. Am Wochenende würden die beiden Sea-King-Helikopter des Eisbrechers starten, um die Dicke des Eises rund um das deutsche Schiff zu untersuchen. Erst danach könne entschieden werden, ob die "Almirante Irízar" dem deutschen Schiff eine Fahrrinne durchs Eis bahnen können, sagte ein Sprecher der Marine in Buenos Aires am Donnerstag. Der Eisbrecher befinde sich noch etwa 600 Seemeilen von der "Magdalena Oldendorff" entfernt, hieß es weiter. Das argentinische Schiff könne bis zu sieben Meter dickes Eis brechen. An Bord der "Magdalena Oldendorff" befanden sich noch zwölf Männer. Zuvor waren die Passagiere, überwiegend russische Wissenschaftler, von Hubschraubern des südafrikanisches Schiffes "Agulhas" in Sicherheit gebracht worden. Russische Wissenschaftler machen Motorenwerke für Expeditionsscheitern verantwortlich Unterdessen haben die aus der Antarktis geretteten russischen Wissenschaftler der "Magdalena Oldendorff" die Motorenwerke Bremerhaven AG (MWD) für das Scheitern ihrer Expedition verantwortlich gemacht und Klage eingereicht. Der Chef der Gruppe, Waleri Lukin, sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters, MWD habe den ursprünglich für die Fahrt vorgesehenen russischen Eisbrecher "Akademik Fjodorow" nicht bereitstellen können. "Unserer Meinung nach haben die Spezialisten, die die Reparaturen an der Werft vorgenommen haben, das Schiff beschädigt." Ein Gericht in Stockholm werde sich nun mit dem Fall befassen. Dagegen sagte MWD- Vorstandsmitglied Hermann Klein, die Mannschaft des Schiffes habe nach den Reparaturen selbst den Schaden verursacht. Die Russen hatten zunächst mit der "Fjodorow" in die Antarktis fahren sollen, um mehrere Forschungsstationen mit Proviant und Ausrüstung zu versorgen sowie etwa 80 Forscher nach Kapstadt zu bringen. Nachdem das Schiff im Jänner nicht zur Verfügung stand, charterten sie stattdessen die "Oldendorff". Diese wurde jedoch in einem Treibeisfeld eingeschlossen. Das südafrikanische Forschungsschiff "Agulhas" brachte darauf hin einen großen Teil der Mannschaft nach Kapstadt, während die übrige Besatzung noch auf der "Oldendorff" ausharrte. (APA/dpa/Reuters)