Wien - Ab 1.1.2003 können sich Kleinunternehmer und Betriebsgründer über deutliche finanzielle Entlastungen freuen: Die zu zahlenden Krankenversicherungsbeiträge werden ab nächstem Jahr praktisch halbiert, betonte der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Christoph Leitl am Freitag anlässlich der Beschlussfassung über die Sozialversicherungsnovellen im Parlament. Da derzeit die Mindestbeitragsgrundlage für Selbstständige rund 3,5-mal so hoch ist wie die ASVG-Geringfügigkeitsgrenze und Selbstständige außerdem einen Selbstbehalt von 20 Prozent der Behandlungskosten leisten, werde dadurch auch ein Schritt zu mehr Gerechtigkeit gesetzt, so Leitl. Kernpunkte der Reformen sind die Halbierung der Mindestbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung, die Pauschalierung der Krankenversicherungsbeiträge für Jungunternehmer und die Erhöhung der Unfallversicherungsrenten. Ersparnis von bis zu 543,40 Euro jährlich Die Reduzierung der Mindestbeitragsgrundlage bei der Krankenversicherung bedeutet für Kleinunternehmer eine Ersparnis von bis zu 45,20 Euro im Monat bzw. 542,40 Euro im Jahr. Jungunternehmer zahlen in den ersten beiden Jahren den monatlichen Fixbeitrag von 47,86 Euro, dies entspricht einer Ersparnis von bis zu 291,68 Euro im Monat bzw. 3.500,16 Euro im Jahr. "Dadurch werden die Sozialversicherungsbeiträge fix kalkulierbar, was besonders in der Startphase enorm wichtig ist", führt Leitl aus. Die Unfallversicherungsrenten für Selbstständige erhöhen sich um 60 Prozent. Durch diese Beitragssenkungen, die durch Einsparungen und Reformen in der Verwaltung der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft erreicht werden konnten, werden etwa 70.000 Gewerbetreibende und rund 30.000 Jungunternehmer pro Jahr finanziell deutlich entlastet. (APA)