Köln - Rund 52 Jahre nach der ersten Hauptversammlung des Kölner Autobauers Ford will das Unternehmen die Minderheitsaktionäre mit einer Barabfindung von 640 Euro je Aktie auszahlen. Einen entsprechenden Beschluss hat die Hauptversammlung am Freitag in Köln nach mehr als fünfstündigen Beratungen gefasst. Von den insgesamt 7,2 Mill. Stückaktien befanden sich bisher rund 11.000 in Streubesitz. Diese gehen nun auf die Ford Deutschland Holding GmbH über, die bisher eine Aktienmehrheit von 99,85 Prozent hatte. "Das Unternehmen kann in dieser Form sehr viel einfacher und kostengünstiger geführt werden, weil eine Menge formaler Aufwand entfällt", sagte Ford-Vorstandschef Rolf Zimmermann in der damit letzten öffentlichen Hauptversammlung der Ford-Werke AG. Der Status des Unternehmens mit knapp 37.900 Beschäftigten bleibe von der Entscheidung aber unberührt. Gegen den Beschluss stimmten knapp 1.400 Stimmhalter, 28 enthielten sich. "Mögliche Zerschlagung" macht keinen Sinn Spekulationen über eine mögliche Zerschlagung der GmbH trat Zimmermann entschieden entgegen. "Das macht überhaupt keinen Sinn", sagte er am Rande der Veranstaltung. Gleichzeitig zeigte er sich optimistisch, nach einem Jahresfehlbetrag von 80 Mill. Euro in 2001 im laufenden Geschäftsjahr eine "schwarze Null" zu schreiben. Der Marktanteil in Deutschland sei im ersten Halbjahr 2002 auf 8,7 Prozent gestiegen nach 8,1 Prozent im vergangenen Jahr. "Auch die Nachfrage des US-Markts nach den in Köln produzierten Motoren ist nach dem Einbruch im vergangenen Jahr wieder auf den geplanten Kapazitäten", sagte Zimmermann. Die Ford-Werke AG ist nach dem so genannten Sqeeze-Out nun eine hundertprozentige Tochter der Ford Deutschland Holding GmbH. Ein Antrag auf Delisting, der den Börsen- Handel mit der Aktie der Kölner AG stoppen soll, werde folgen. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte das Unternehmen beim Umsatz ein Plus von 24 Prozent auf 16,3 Mrd. Euro. Dabei habe besonders die gestiegene Nachfrage nach den Modellen Focus und Mondeo eine Rolle gespielt. Mit dem neuen Fiesta-Modell will Ford "wieder Marktführer im Kleinwagensegment werden", sagte Zimmermann. Weitere Produktneuheiten- und -Varianten sollen folgen. Nach der Modernisierung der Produktionsstätten in Köln und Saarlouis kündigte Zimmermann Investitionen in den kommenden Jahren von insgesamt 900 Mill. Euro in das Werk im belgischen Genk an.(APA/dpa)