Wien - Verkehrsminister Mathias Reichhold (F) denkt über die Einführung einer Pkw-Sondermaut für die Finanzierung zusätzlicher Autobahnprojekte nach. Um über die bestehenden Vorhaben im Zuge des Generalverkehrsplans (GVP) hinaus Projekte zur stärkeren Anbindung Osteuropas zu finanzieren, könne man sich auch im Osten Streckenmauten wie am Brenner oder Pyhrn vorstellen, sagte Reichhold-Sprecherin Christine Lackner am Freitag. In der Tageszeitung "Die Presse" (Samstagausgabe) erklärt Reichhold, dass er grundsätzlich am GVP festhalten werde. Neue Projekte werde es nur geben, wenn eine gemischte privat-öffentliche Finanzierung auf die Beine gestellt würde. Dies würde allerdings bedeuten, dass Mautstrecken entstehen würden, so der Minister. Laut Zeitung arbeitet die Industriellenvereinigung (IV) bereits Vorschläge aus, die noch im Juli vorgelegt werden sollen. Laut "Presse" denkt Reichhold sogar über eine kilometerabhängige Pkw-Maut nach. Dies weist das Ministerium aber zurück. "Das ist überhaupt kein Thema", sagt Lackner. Bestätigt wurde hingegen die Meldung der "Presse", dass Reichhold noch im Herbst den Bau des "Brennerbasistunnels" starten will - allerdings "nur wenn die EU-Staaten mitspielen". Finanziert werden soll das Projekt gemeinsam mit Italien und Deutschland sowie mit EU-Geldern, teilweise aber auch über Mittel aus der Autobahnmaut. Bisher ist die Querfinanzierung laut EU-Richtlinie allerdings noch nicht erlaubt. Die Kommission könnte einen entsprechen Vorschlag zur Ermöglichung der Querfinanzierung noch im Herbst einbringen. Ab Vorliegen eines solchen Kommissionsvorschlages könnte mit der Umsetzung des Projekts Brenner-Basistunnel begonnen werden, heißt es aus dem Verkehrsministerium. Den endgültigen Beschluss einer neuen Richtlinie will man nicht abwarten. (APA)