Die Zuständigkeiten in einem Strafverfahren sind in der Strafprozessordnung (StPO) festgelegt. Die hoheitliche Kompetenz wechselt je nach Stadium eines Verfahrens.In der Regel stehen am Anfang Ermittlungen der Exekutive. Bei begründetem Verdacht informieren Polizei oder Gendarmerie das Gericht und die Staatsanwaltschaft. Ab diesem Zeitpunkt übernimmt ein Untersuchungsrichter das so genannte Vorverfahren. Faktisch ist die Exekutive an Aufträge des U-Richters gebunden, praktisch führen Kriminalisten aber auch weiter selbst Ermittlungen durch. Bereits im Vorverfahren können Gerichtsgutachter herangezogen werden. Mit der Formulierung des Strafantrages durch die Anklagebehörde ist das Vorverfahren abgeschlossen, das Hauptverfahren führen unabhängige Gerichte. Nach der geplanten StPO-Reform soll die Staatsanwaltschaft das Vorverfahren leiten, U-Richter also ersetzen. Die Kompetenzausweitung der an Weisungen des Justizministers gebundenen Staatsanwälte ist umstritten. (simo/DER STANDARD, Printausgabe, 13./14. 7. 2002)