Wien - Die sieben Frauen, denen der Vatikan wegen einer unerlaubten "Weihe" zu "Priesterinnen" die Exkommunikation angedroht hat, sehen laut eigenen Angaben keine Rechtsgrundlage für eine solche Sanktion, berichtet Kathpress.Keine Kirchenrechtsgrundlage In einer am Freitag veröffentlichten Antwort auf das Mahnschreiben der Glaubenskongregation heißt es, laut Kirchenrecht könne die Exkommunikation bei Glaubensabfall, bei Irrglauben und bei Kirchenspaltung verhängt werden; außerdem bei Verletzung des Beichtgeheimnisses, bei Abtreibung und bei physischer Gewalt gegen den Papst. "Keines dieser Delikte haben wir Frauen begangen: Wir sind nicht vom Glauben abgefallen, wir haben keinen Irrglauben verbreitet und wir sind nicht abtrünnig geworden", beteuern die beiden Sprecherinnen der "geweihten" Frauen, Gisela Forster und Christine Mayr-Lumetzberger. Weihe "exakt nach römisch-katholischem Ritus" Man habe im Gegenteil die apostolische Sukzession des weihenden "Bischofs" Romulo Braschi genauestens überprüft, die "Weihe" sei "exakt nach römisch-katholischem Ritus" vorgenommen worden; daher könnten sie auch nicht - wie verlangt - die "Nichtigkeit" der Weihe anerkennen. Auch seien sie nicht aus der Kirche ausgetreten. "Daraus folgt, dass die Strafe der Exkommunikation nicht für uns angewendet werden kann", so das Schreiben. Außerdem sollte laut Kirchenrecht die Beugestrafe, insbesondere die Exkommunikation, nur mit allergrößter Zurückhaltung und nur für schwerste Straftaten verhängt werden. Frauenweihe keine Simulation Weiter weisen die "Priesterinnen" andere Elemente der Argumentation der Glaubenskongregation zurück: Sie würden keine "göttliche Verfassung der Kirche" kennen, die Frauenweihe verbietet; sie hätten nie die "Einheit" der Kirche bedroht, da sie in der Kirche bleiben wollen; da Braschi in der apostolischen Sukzession stehe, habe man das Sakrament nicht "simuliert"; und man habe auch kein "Ärgernis" unter den Gläubigen hervorgerufen, sondern im Gegenteil viel Zuspruch erfahren. Die Frauenweihe stehe zudem nicht im Widerspruch zur "endgültigen Lehre" der Kirche, da diese Lehre die Gleichbehandlung von Mann und Frau vorsehe. Sie könnten daher, ihrem Gewissen als "oberster Instanz" folgend, weder Reue bekennen noch um Verzeihung bitten. (APA)