Wien - Derzeit urlauben sie - bei der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten. Aber nur die Pferde. Denn in ihrer Heimstatt, der Winterreitschule in der Hofburg, wird derzeit unter Hochdruck gearbeitet. Der gesamte Umbau soll zur 430-Jahr-Feier der Hofreitschule am 25. Oktober abgeschlossen sein. Die benachbarte Stallburg, in der sich die Dienstzimmer der Bereiter, die Schmiede, die Sattlerei, die Bibliothek der Spanischen Reitschule und Lagerräume befinden, dürfte ein Jahr später folgen.Gleichzeitig laufen auch die Vorbereitungen für die Errichtung eines neuen Trainingszentrums im Schlosspark von Schönbrunn - und zwar südlich der Gloriette. "Damit können wir in Zukunft die hochklassige Ausbildung für Bereiter und Pferde garantieren", hofft Werner Pohl, Direktor der Spanischen Hofreitschule-Bundesgestüt Piber. Die Verhandlungen mit den Anrainern laufen zwar noch, doch sei der mögliche Standort von der Stadt Wien angeboten worden und biete das richtige Ambiente für die Lipizzaner. Das Trainingszentrum soll - wenn auch keine Vorführungen dargeboten werden - ab Ende 2004 zur Besichtigung offen stehen. Pläne für den Vorplatz von Schönbrunn Freitag wurden auch die - nun endgültigen - städtischen Wettbewerbsergebnisse für das andere Ende von Schönbrunn präsentiert: Der Vorplatz vor dem Schloss soll attraktiver gestaltet werden. Das Siegerprojekt des Architekturbüros Schindler und Szedenik sieht unter anderem eine Verlegung der Westeinfahrt in Richtung U4 vor, um den Platz vor dem Schloss zu vergrößern, auf dem die Besucher dann einen beliebigen Weg zum Schloss wählen können. Um die Besucherströme besser bewältigen zu können, ist außerdem eine Tiefgarage mit einer Passage geplant. Um die optische Erscheinung Schönbrunns zu verbessern, sollen im Gegenzug die Parkplätze an der Oberfläche verschwinden, teilte das Büro von Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SP) mit. Als weitere Attraktion soll ein Medienzentrum errichtet werden. Ein wesentliches Detail für die Umsetzung dieser Pläne ist allerdings immer noch nicht geklärt: Denn der Sportverein "Union" möchte sein Grundstück an der B1 nicht ohne weiteres abtreten. Als mögliche Lösung sehen die Architekten die Errichtung einer neuen Sporthalle bei der Grünbergstraße vor. Eine baldige Realisierung dieses Schönbrunn-Projekts sei derzeit jedenfalls nicht absehbar, schränkt das Schicker-Büro daher ein. Einzelne kleinere Maßnahmen könnten allerdings rascher umgesetzt werden. (frei/DER STANDARD, Printausgabe, 13./14. 7. 2002)