Klagenfurt - Der von der Bundesregierung beschlossene Ankauf von 24 Eurofightern sorgt nun in Klagenfurt für heftige Diskussionen. Kärntens Landeshauptmann Haider hatte vor einigen Tagen angekündigt, dass am Flughafen der Landeshauptstadt ein Wartungsstützpunkt für die Kampfflugzeuge eingerichtet werden soll. Bürgermeister Harald Scheucher (V) zeigte sich darüber jedoch wenig begeistert, die SPÖ ist strikt dagegen, die Stadt-FPÖ unterstützt wiederum diesen Vorschlag. Es gebe schriftliche Vereinbarungen, dass in Kärnten eine Service- und Wartungsstation für den Eurofighter entstehen solle, hatte Haider erklärt. Am Flughafen stünden ausreichend Grundstücke zur Verfügung, der Airport, der inzwischen dem Land Kärnten gehört, brauche eine Funktion, die über die jetzige hinaus reiche. Scheucher erklärte dazu: "Über die Köpfe der Menschen hinweg wird da nichts entschieden werden dürfen." Die Vereinbarung zwischen Haider und dem Verteidigungsministerium sei ihm nicht bekannt, so der Bürgermeister. Lebensqualität würde massiv beeinträchtigt Der Klagenfurter Vizebürgermeister Ewald Wiedenbauer (SP) reagierte ablehnend: "Der Flughafen Klagenfurt kann und darf kein Militärstützpunkt werden." Der zu erwartende Fluglärm über dem dicht besiedelten Wohngebiet im Umkreis des Flughafens durch die mehr als 70.000 PS starken Flieger würde die Lebensqualität enorm beeinträchtigen. Laut Wiedenbauer habe man in der Stadtplanung in den vergangenen Jahrzehnten die Stadt gerade im Umkreis des Flughafens stark weiter entwickelt. Ein Eurofighter-Stützpunkt würde diese Entwicklung konterkarieren. Man werde die Bevölkerung aufklären und darüber informieren, was auf sie zuzukommen drohe. "Kompensationsgeschäfte" Stadtparteiobmann der FP, Christian Scheider, kann dem Plan dagegen natürlich einiges abgewinnen: "Alles ist positiv, was den Klagenfurter Flughafen belebt." Natürlich müssten erst einmal die Details abgeklärt werden, doch müsse man die Grundsatzfrage stellen, ob der Flughafen nun aufgewertet werden solle oder nicht. Er würde sich jedenfalls wünschen, dass das Thema vorerst nicht polemisch, sondern auf sachlicher Basis diskutiert werde. Wirtschaftsreferent Mario Canori wiederum erklärte, nach seinem Wissensstand würde nur der Status quo erhalten, denn die Wartung solle lediglich im gleichen Ausmaß in Klagenfurt durchgeführt werden, wie es bereits bei den Draken der Fall gewesen sei. Sollten zusätzliche Starts und Landungen vorgesehen sein, müsse man jedenfalls Gespräche führen, sagte Canori. Eine weitere Auswirkung des Eurofighter-Kaufs betrifft die Ansiedlung eines Entwicklungszentrums des Herstellers EADS in Klagenfurt. Scheucher: "Das soll im Rahmen der Kompensationsgeschäfte passieren, und daran sind wir natürlich sehr interessiert." Laut Canori rechnet man mit mehr als 100 hoch qualifizierten Arbeitsplätzen in der Sparte Forschung und Entwicklung. (APA)