Peshawar/Hamburg - Bei einem Anschlag im Norden Pakistans sind am Samstag zwölf Menschen leicht verletzt worden, darunter ein Österreicher, wie der der Sprecher des Außenministeriums in Wien, Martin Weiss, gegenüber der APA bestätigte. Ein Unbekannter habe einen selbstgebastelten Sprengsatz auf einen Touristenbus nahe einer Ausgrabungsstätte bei der Stadt Mansehra geworfen. Der Sprengsatz sei jedoch vor dem Auftreffen auf dem Bus in der Luft explodiert. Die leichten Verletzungen rührten von Glassplittern her, so Weiss. Die Touristen seien auf dem Rückweg nach Rawalpindi nahe Islamabad, wo sie der österreichische Konsul treffen wolle. Zu einem möglichen terroristischen Hintergrund konnte Weiss nichts sagen. Auf die Frage, ob das Außenministerium eine allgemeine Reisewarnung für Pakistan ausspreche, sagte Weiss, dafür sei es noch zu früh, man wolle sich in dieser Frage noch mit anderen ausländischen Botschaften in Islamabad absprechen. Weiter sieben Deutsche und eine Slowenin verletzt Laut Weiss wurden die Verletzten nur eine Stunde lang in einem örtlichen Krankenhaus behandelt. Neben dem Österreicher wurden seinen Angaben zufolge noch sieben Deutsche und eine Slowenin verletzt. Nach Agenturberichten waren auch drei Pakistani, darunter zwei Kinder, unter den Opfern. Nach Angaben des pakistanischen Innenministeriums ist eine Gruppe von Sprengstoffexperten auf dem Weg zum Tatort. Über mögliche Festnahmen wurde zunächst nichts bekannt. Der Anschlag habe sich in der Nähe eines afghanischen Flüchtlingslagers ereignet. In dem Bus waren nach Angaben des örtlichen Polizeichefs Ahsan Mehboob insgesamt 27 ausländische Touristen, darunter 22 Deutsche und drei Österreicher. Die Reisegäste hätten die beiden aus dem Felsen geschlagenen Ashoka-Monumente in der Nähe der an der ehemaligen Seidenstraße gelegenen Stadt Manshera besuchen wollen. "Die Reiseführerin Rita Mijailovic sagte uns, sie hätten zwei Explosionen gehört, als sie sich den Monumenten näherten", berichtete Mehboob. Die Explosionen hätten auch eine Stahlabdeckung beschädigt. Die Reisegruppe sei unter Schock gestanden. Nach den ursprünglichen Planungen hatte sie von Rawalpindi aus über Gilgit nach China weiterreisen wollen. Anschlag in Pakistan zielte möglicherweise auf Deutsche Der galt einem Pressebericht zufolge möglicherweise gezielt deutschen Touristen. Ein Sprecher der pakistanischen Polizei sagte der "Bild am Sonntag", eine gezielte Attacke islamischer Extremisten gegen Deutsche könne nicht ausgeschlossen werden. Der mutmaßliche Täter habe vermutlich nicht dem richtigen Zeitpunkt getroffen, anderenfalls hätte es möglicherweise Tote geben können. Bei der Attacke mit zwei Handgranaten waren nach Behördenangaben sieben Deutsche verletzt worden. Die Leiterin der angegriffenen hauptsächlich deutschen Reisegruppe, Rita Mijailovic, sagte unterdessen der Nachrichtenagentur AFP, bei einem Treffen mit dem deutschen Botschafter Christoph Brümmer wolle sie über eine Fortsetzung der Reise beraten. (APA)